Panne bei Razzia:

Polizei umstellte das falsche Haus in Löcknitz

Die Kritik am Polizeieinsatz in Löcknitz am Montag wird lauter. Die Beamten haben zunächst das falsche Gebäude ins Visier genommen und sorgten bei einer Tagesmutter sowie ihren  Eltern für Entsetzen.

Die Polizisten fielen laut Bürgermeister Detlef Ebert (CDU) zuerst in das falsche Haus ein.
Christopher Niemann/Archiv Die Polizisten fielen laut Bürgermeister Detlef Ebert (CDU) zuerst in das falsche Haus ein.

Bei dem groß angelegten Polizeieinsatz am Montag in Löcknitz hat es eine peinliche Panne gegeben. Als Tagesmutter Gabriele Holke um 7 Uhr auf den Hof hinter ihrem Haus schaute, waren dort nicht die Kinder, auf die sie wartete. Stattdessen „stand der ganze Hof voll vermummter Polizisten.“ Man sagte ihr, es gebe eine Hausdurchsuchung. Gabriele Holke eilte in die Wohnung ihrer Eltern eine Tür weiter. Dort waren auch schon Polizisten, denen die Frau schließlich erklären konnte, dass sich die Wohnung von Frank Dreblow, in die die Einsatzkräfte eigentlich wollten, nicht in dem Haus befindet. Angesichts des massiven Polizeiaufgebots und des Gesundheitszustandes ihrer Eltern sagt Gabriele Holke: „Das hätte eskalieren können.“

Entschuldigung? Fehlanzeige.

Die Mutter ist 79 Jahre alt und hat einen Herzschrittmacher. Der Vater ist 76 und kann seit seinem Schlaganfall nicht mehr sprechen. Die Mutter habe ihr auch gesagt, die Polizisten hätten mit einer Waffe gegen das Fenster geklopft. Doch schließlich zogen die Polizisten wieder ab. Den Rentnern ist nichts passiert. Über ein Wort der Entschuldigung hätte sich Gabriele Holke trotzdem gefreut. Es blieb aus.

Carsten Müller, Sprecher der Berliner Polizei, räumte die Panne zum Teil ein: „Die Polizei stand zuerst vor dem falschen Haus. Das wurde aber rechtzeitig festgestellt, als die Einsatzkräfte den Namen auf dem Klingelschild prüften. Den Bewohnern haben wir den Irrtum in einem freundlichen Gespräch erklärt.“

Unter der Regie des Landeskriminalamtes Berlin waren zwei Adressen eines 50-Jährigen in Löcknitz und weitere in Berlin wegen Verdacht des illegalen Waffenbesitzes durchsucht worden. Der 50-Jährige betreibt in Vorpommern einen Abschleppdienst und in Berlin zwei Gaststätten.

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