Energie:

Bekommt Pasewalk einen Riesen-Windpark?

Bis 2050 wollen die Pasewalker sich selbst mit Energie versorgen. Und da kommt natürlich auch Windkraft in Spiel – es gibt sogar einen Interessenten für den Bau einer Anlage. Windenergie-Parks sind in Pasewalk aber umstritten.

Werden sich bald auch zwischen Pasewalk und Viereck Windräder drehen? Es gibt einen Interessenten für eine solche Anlage.
Jens Büttner/dpa-Archiv Werden sich bald auch zwischen Pasewalk und Viereck Windräder drehen? Es gibt einen Interessenten für eine solche Anlage.

Pasewalk redet zwar über erneuerbare Energien, aber Windkraftanlagen fehlen um die Stadt herum noch. Das meint jedenfalls Torsten Schultz, Immobilienmakler und zugleich Vorsitzender des Pasewalker Unternehmervereines. Deshalb sah er sich um – und wurde auf die in Düsseldorf ansässige Firma Calliston, Gesellschaft für Projektentwicklung, aufmerksam. Sie baute unter anderem den Windpark bei Altentreptow und zahlreiche Anlagen im Demminer Raum. Bei der Firma stieß Torsten Schultz auf offene Ohren.

Und es wurde bereits kräftig gearbeitet. Selbst die Mitglieder des städtischen Wirtschaftsausschusses waren erstaunt, als ihnen Lutz Andrä, der technische Leiter der Firma, jetzt bereits konkrete Pläne vorstellte. Danach könnte zwischen Pasewalks Ortsteilen Gehege/Friedberg und der Gemeinde Viereck ein Windpark entstehen. Zwölf bis dreizehn Windräder wären nach dem derzeitigen Vorplanungsstand möglich. Von einer Investition bis zu 65 Million Euro redete der Calliston-Mann. Für Ausgleichsmaßnahmen könnten nochmals bis zu 85 000 Euro dazukommen. Die Firma würde den Windpark nicht nur projektieren, sondern wäre auch Eigentümer und Betreiber. Erste Gespräche mit Behörden gab es bereits, erzählt Lutz Andrä. Auch mit den Besitzern der Flächen wurde gesprochen.

Bauamtsleiterin ist skeptisch

Einen Haken hat die Sache allerdings: In der regionalen Entwicklungsplanung ist die Fläche nicht als Windpark-geeignet ausgewiesen. Nach dem derzeitigen Stand würde eine solche Anlage dort also nicht genehmigt werden. Lutz Andrä ist aber davon überzeugt, dass sich das ändern lässt. Das hätten erste Vorgespräche gezeigt. Anfang 2014 tagt der Regionale Planungsausschuss. Dann soll darüber beraten werden. Ohnehin gibt es für Windparks dieser Größe eine Planungszeit zwischen zwei und drei Jahren, lässt der Fachmann durchblicken. Bis dahin kann sich viel ändern: Beispielsweise könnten neue Typen von Windkraftanlagen entwickelt werden. Außerdem wird gerade darüber debattiert, die Förderung für solche Anlagen zurückzufahren.

Bauamtsleiterin Monika Hänsel ist indes skeptisch. „Bisher hat Pasewalk keine ausgewiesenen Flächen für Windkraft“, sagt sie. Wirtschaftsausschuss-Mitglied Frank Deutschländer hebt schon jetzt den warnenden Zeigefinger: Im Fall eines Jas für die Anlage soll die Stadt wenigstens darauf achten, dass ihr keine Steuereinnahmen verloren gehen. Denn das sei in der Vergangenheit leider vorgekommen. „Die Stadt hat wenig Einnahmen. Also muss sie aus jeder Situation das Beste machen“, sagt Frank Deutschländer.

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