Nachspiel:

Zu bequem? Anzeige gegen Bundespolizisten

Zwei Pasewalker Bundespolizisten stehen im Verdacht der Strafvereitelung im Amt. Angezeigt hat sie ausgerechnet ein Kriminalbeamter, der sich im Ruhestand befindet. Was ist passiert?

Pasewalks Bahnhof. Hier sollen Unbekannte versucht haben,  Geld zu wechseln. Ob Falschgeld, ist offen, da Bundespolizisten einen Hinweis nicht beachteten.
Rainer Marten Pasewalks Bahnhof. Hier sollen Unbekannte versucht haben,  Geld zu wechseln. Ob Falschgeld, ist offen, da Bundespolizisten einen Hinweis nicht beachteten.

Bequemlichkeit kann ein Nachspiel haben! Das bekommen jetzt zwei Pasewalker Bundespolizisten zu spüren. Lutz Weber, Kriminalist im Ruhestand, hat einen der Beamten angezeigt. Ob die Anzeige auch den zweiten treffen wird, ist offen.

Weber hielt sich am Dienstag gemeinsam mit seinem Sohn im Pasewalker Bahnhof auf. Im Gebäude befanden sich zwei Männer, die andere Leute ansprachen und einen Geldschein, vermutlich zehn Euro, in kleine Scheine wechseln wollten. "Für mich und auch für meinen Sohn lag der Verdacht nahe, dass hier versucht wurde, falsche Geldscheine in echte zu wechseln." Landesweit wurden jüngst solche Fälle bekannt. Weil vor dem Bahnhofsgebäude ein Streifenwagen der Bundespolizei stand, sprachen beide die Polizeibeamten an. "Der eine entgegnete, das sei ihm  scheißegal, ob da jemand mit Falschgeld rumläuft. Er sei von der Bundespolizei und für so etwas nicht zuständig", erzählt Weber.

"Berufsstand mit Füßen getreten"

Weber wurde dann deutlicher: Er gab sich als Kriminalbeamter im Ruhestand zu erkennen und forderte die Beamten auf, zu handeln. Die aber machten nichts. Weber verlangte die Aushändigung der Dienstkarte, was der angesprochene Polizist verweigerte. "Seinen Namen hat er dann aber doch genannt; denn dazu ist er verpflichtet."

Die ganze Sache ärgerte den früheren Beamten so sehr, dass er eine Strafanzeige wegen Strafvereitlung im Amt gestellt hat und eine Dienstaufsichtsbeschwerde nachreichen wird. Sein Kommentar: "Mein Berufsstand wurde von diesem Herrn mit Füßen getreten!"

Und was sagt die Bundespolizei dazu? "Die Bundespolizeiinspektion Pasewalk wird den Sachverhalt selbstverständlich überprüfen. Sie können sicher sein, dass wir Bürgerhinweise für die Wahrnehmung der uns übertragenen Aufgaben als sehr wichtig erachten und diese grundsätzlich sehr ernst nehmen", so die Sprecherin der Bundespolizeiinsepktion Pasewalk, Manina Puck, auf Anfrage.

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Kommentare (2)

Mein Dank geht an den Beamten a.D. Er hat richtig gehandelt. Was die beiden Bundespolizeibeamten dazu bewogen hat,eine solche Aussage zu tätigen ist mir schleierhaft. Ich als ehemaliger Polizeibeamter der Bundespolizei schäme mich auch für diese Beamten,sollten diese Worte so gefallen sein.

... gepaart mit Bequemlichkeit scheint bei den Pasewalker Beamten zum gängigen Sprachgebrauch zu gehören. Wir selber sind Nachts um 04:00 Uhr einmal in eine Verkehrskontrolle der BPol in Pasewalk gekommen. Worte wie "Scheiße" usw. waren auch hier der gängige Umgangston, genauso wie Hände in den Taschen. Einer saß dann mit den Papieren im Auto und 2 standen 2 Meter vor uns mit dem Rücken zu uns und haben sich köstlich miteinander amüsiert. Wo diese Herren ihren Umgang und vor allem ihre Eigensicherung gelernt haben, ist mir schleierhaft, zumal wir kein deutsches Kennzeichen fahren.