Fremdenfeindlicher Übergriff:

Ein Besoffener hat diesem Syrer ins Gesicht geschlagen

In der Nacht auf Samstag wurde einem Mann aus Syrien auf offener Straße mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Am Tag darauf zeigte das Opfer eine erstaunliche Reaktion.

Loay Al Johmani lebt in Pasewalk und sagt: "Ich habe keine Angst."
Denny Kleindienst Loay Al Johmani lebt in Pasewalk und sagt: "Ich habe keine Angst."

Zwei junge Asylbewerber, 24 und 21 Jahre alt, gingen Freitagnacht gegen 2.30 Uhr die Stettiner Straße in Pasewalk entlang, als sich ihnen jemand entgegenstellte. Dieser jemand war laut Polizeiangaben ein 23-jähriger alkoholisierter Jugendlicher aus Pasewalk, bei dem die Polizei später eine Alkoholwert von 2,2 Promille feststellte.

Der Betrunkene soll den beiden Syrern "Was wollt ihr hier!" entgegen geschrien haben. Es folgte ein Streitgespräch, dann schlug der Betrunkene den 24-jährigen Syrer mit der Faust ins Gesicht. Die Polizei berichtet außerdem, dass ein junges Paar den beiden Asylbewerbern helfen wollte, allerdings von den dazugekommenen Bekannten des Tatverdächtigen verbal attackiert wurde.

Anzeige wegen Körperverletzung

Als die Polizeibeamten eintrafen, trennten sie die Beteiligten und stellten die Personalien von allen fest. Gegen den 23-Jährigen Tatverdächtigen wurde Anzeige wegen Körperverletzung erstattet.

Der geschlagene Syrer heißt Loay Al Johmani. Am Tag nach der Attacke ist sein linkes Auge ein wenig geschwollen. Schlimmere Spuren hat der Schlag ins Gesicht nicht hinterlassen. Keine 24 Stunden nach dem Vorfall macht er einen überraschend gut gelaunten Eindruck. Hat er Angst?

"Ich habe keine Angst. Auch jetzt nicht", sagt Loay Al Johmani. Er sagt es auf Deutsch. Er spricht die Sprache ziemlich gut. Seit neun Monaten lebt er als Flüchtling in Deutschland. Vier Jahre Krieg habe er in Syrien miterlebt, in denen die Gefahr zu sterben sehr real gewesen sei.

"Ich verstehe die Leute hier"

Dann sei seine Familie geflohen, nach Deutschland und nach Dubai. Er sei 2014 über die Türkei nach Griechenland und über den Balkan bis nach Deutschland gekommen. Er habe Leute auf dieser Flucht sterben sehen.

Der Betrunkene habe zu ihm gesagt: "Das ist nicht dein Land." Loay Al Johmani sagt: "Ich verstehe, dass das nicht mein Land ist." Er habe eine Aufenthaltsgenehmigung für drei Jahre. Allerdings würden die Leute die Situation in Syrien nicht verstehen, würden ISIS nicht verstehen. Er sagt: "Ich bin Loay und ich verstehe die Leute hier."

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