Protest:

Bürger machen gegen Bergbaupläne mobil

Für die riesigen Kalk- und Tonlager bei Löcknitz, Boock und Mewegen werden Interessenten gesucht. Das hat Anwohner alarmiert: Sie gründeten jetzt die Bürgerinitiative  RoT – Randowniederung ohne Tagebau.

Die riesigen Ton- und Kalklager bei Löcknitz und Mewegen können nur in einem Tagebau abgebaut werden. Der Eingriff in die Natur wäre beachtlich. Dagegen hat sich jetzt eine Bürgerinitiative gegründet.
Patrick Pleul Die riesigen Ton- und Kalklager bei Löcknitz und Mewegen können nur in einem Tagebau abgebaut werden. Der Eingriff in die Natur wäre beachtlich. Dagegen hat sich jetzt eine Bürgerinitiative gegründet.

Seit Monaten sucht die Bodenverwaltungs- und -verwertungsgesellschaft (BVVG) Interessenten für das Bergwerkseigentum Kalk und Ton bei Löcknitz, Boock und Mewegen. Vor diesem Hintergrund hat sich in Mewegen eine Bürgerinitiative gegründet, die den Titel RoT trägt – Randowniederung ohne Tagebau. An der Gründung der Initiative beteiligten sich unter anderem die Bürgermeister Rainer Schulze (Rothenklempenow), Uwe Käding (Boock) und Stefan Müller (Blankensee). Der Landtagsabgeordnete Heinz Müller (SPD) hatte bereits im Vorfeld seine Anteilnahme an den Sorgen und Nöten der Bürger ausgedrückt und der BI seine Beteiligung zugesagt.

Bürgerinitiative befürchtet Abholzung der Wälder

Die Bürgerinitiative „Randowniederung ohne Tagebau“ will sich gegen das Vorhaben der Regionalplanung und der BVVG wehren, ein großflächiges, im Süden vom Löcknitzer Kamp, im Westen von der Randow, im Osten vom Plöwener Seebruch und im Norden vom Dorf Mewegen begrenztes Gebiet bergbaumäßig auszubeuten. Dagegen hatte sich bereits 1992 die Initiative „Randowniederung ohne Tagebau“ ausgesprochen.

Die Initiative befürchtet, was schon 1992 im Gespräch war: die Abholzung größerer Waldflächen auf dem auszubeutenden Territorium. Im Zuge des Abbaus der Lagerstätten schließen die Kritiker ein Waldsterben in den umliegenden Gebieten infolge der Grundwasserabsenkungen nicht aus. Möglich sei der Verlust wertvoller Landschaftsbestandteile in der Randowniederung. 

Giftige Überreste im Boden schreckten damals Interessenten ab

„Manches würde in neueren Plänen vielleicht anders aussehen. Damals schwankte man noch, ob man die riesigen Abraum- und Rohstoffmengen auf Bändern oder in Schwertonnern auf öffentlichen Straßen transportieren solle. Denn das Straßennetz galt als schlecht. Heute wirbt die BVVG mit der vorzüglichen Verkehrsanbindung. Umso verdutzter dürften Investoren sein, wenn sie sie in Augenschein nehmen“, sagte dazu Renè Sternke, der Mitglied der neuen Bürgerinitiative ist. Denn die Straßen seien auch heute nicht in gutem Zustand. Dass das hochgiftige Muna-Objekt – die frühere Heeresmunitionsanstalt hat Kampfmittelreste im Boden hinterlassen – eine potenzielle Gefährdung darstellt, schreckte damals zwei Interessenten ab.

An der Gründungsveranstaltung der neuen Bürgerinitiative nahmen rund 30 Personen teil. Sie bildeten fünf Arbeitsgruppen und einen Stab, der die weitere Arbeit koordinieren will.

Die Anschrift der Bürgerbewegung lautet: Bürgerinitiative „Randowniederung ohne Tagebau“, Hofstr. 5, 17321 Rothenklempenow.  Die nächste Vollversammlung ist am 18. Mai um 19 Uhr in der Grundschule Mewegen

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