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Chinesen schielen unters Nachthemd

In Pasewalks Krankenhaus sehen sich Chinesen um. Und das ist womöglich erst der Anfang.

Die erste Frage: „Was kostet so etwas?“ So ein Dummy wäre für die chinesische Schule zu teuer.
Angela Stegemann Die erste Frage: „Was kostet so etwas?“ So ein Dummy wäre für die chinesische Schule zu teuer.

Für die chinesischen Besucher ist die Asklepis Klinik so etwas wie eine Puppenstube. Die vier Frauen und ein Mann kommen vom Medical College Changsha. In Changsha, einer Provinzhauptstadt, leben dreieinhalb Millionen Einwohner. An der medizinischen Schule werden nicht nur Pflegekräfte, sondern auch Ärzte ausgebildet. 5000 Schüler zählt das College.

Dennoch: So eine Ausbildungspuppe wie in Pasewalk haben sie dort nicht, die Chinesen sind fasziniert und schauen ungeniert unters Nachthemd.

Zum Auslandspraktikum ging es nach der theoretischen Ausbildung bisher meist nach Japan oder in die Vereinigten Staaten. Nun soll auch mit Deutschland erstmals ein Austausch erfolgen. Hui Peng, Inhaberin einer Sprachmittlerfirma, knüpft die Fäden. Ausgerechnet auf die Berufsschule der Pasewalker Asklepios Klinik, an der auch für andere Kliniken der Region wie für Anklam oder Ueckermünde Gesundheits- und Krankenpfleger ausgebildet werden, kam man, weil die Schule den Namen Dr. Erich Paulun trägt. Der Arzt wurde 1862 in Pasewalk geboren. Er ging dann nach China, baute dort das Tongji-Hospital Shanghai auf, führte Grundlagen westlicher Medizin ein. Die Chinesen verehren ihn noch heute. Was also liegt näher, als in seine Geburtsstadt Kontakte zu knüpfen?

Schnell wird deutlich: Auch wenn in Pasewalk „nur“ 170 Schüler lernen, auf die Größe kommt es gar nicht an. Die Chinesen beeindruckt beispielsweise, dass in der deutschen Ausbildung Theorie und Praxis enger verknüpft sind, sich abwechseln.

Jetzt soll ein Lernaustausch in Gang gebracht werden.