Fluch oder Segen?:

Da wachsen ja lauter Bäume aus den Steinen!

Wenn das kein Wink ist! Die Birke besiedelt unwirtliche Orte zuerst – auch dort, wo es eigentlich weder Wasser und kaum Nährstoffe gibt.

1995 wurde das Gebäude des Strasburger Amtsgerichtes leer gezogen, 2008 brannte der Dachstuhl aus. Auf der Mauerkrone haben Birken ihren Lebensraum gefunden.
F. Lucius 1995 wurde das Gebäude des Strasburger Amtsgerichtes leer gezogen, 2008 brannte der Dachstuhl aus. Auf der Mauerkrone haben Birken ihren Lebensraum gefunden.

In Strasburgs Feldstraße Nummer 6 sprießt in luftiger Höhe eine Birke. Man kann den Strauch sogar als Zierde betrachten! Ist sie zwei oder sogar schon drei Jahre alt? Sicher! Die Birke hat einen Stamm ausgebildet – und eine schöne Krone, die sogar schon einen richtigen Schatten wirft. Einen Nutzen von diesem Schatten hat  niemand; das Haus ist leer. Meter weiter, in der Strasburger Bahnhofstraße, hat nach dem Brand des einstigen Amtsgerichtsgebäudes (Oktober 2008) gleich eine ganze Birkenkolonie die Mauerkrone erobert. Nach nur fünf Jahren stehen dort schon richtig stattliche Bäume. Sie wachsen und wachsen und wachsen.

Blicken wir zum Nachbarn, in Richtung Pasewalk. Der vor Jahren schön sanierte Gründerzeit-Komplex an der Ecke Bahnhof-/Haußmann-Straße trägt ebenfalls diese Pionierpflanze. Noch ist die Birke klein... Wenn es um Pasewalks Stadtmauer geht, dann kann Bauamtsleiterin Monika Hänsel ein Lied davon singen, dass immer wieder Baumschosser die Mauerkrone erobern möchten. Die Stadt hat das allerdings im Blick. „Sorgen bereiten uns eigentlich nur die Bereiche der Stadtmauer, die noch unsaniert sind. Immer wieder betroffen ist unter anderem ein Bereich in Höhe des Kürassierparkes. Wir haben diese Mauerabschnitte aber im Blick, schicken entweder den Technischen Dienst der Stadt oder auch die Stadtwerke, um die Baumtriebe zu beseitigen“, sagt sie.

Wenn es um die leer stehenden und inzwischen „grünenden Gebäude“ in der Strasburger Feldstraße geht, dann ärgert dieser Zustand Bürgermeister Norbert Raulin. Er weiß, dass der Blick von Besuchern immer in die Höhe geht und allgemein von Zerfall die Rede ist. „Nach der Wende haben viele Besitzer Rückführungsansprüche gestellt und auch den Besitz erhalten. Aber leider war das dann schon alles. Um die Gebäude selbst hat sich nicht jeder dann auch nachhaltig gekümmert. Wir hingegen haben es getan, wenn es um den städtischen Besitz ging. Unter anderem hätten da Mittel über die Städtebauförderung eingesetzt werden können“, sagt der Strasburger Bürgermeister.

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