Zieht sich Deutschländer zurück?:

Das war es wohl mit dem Schloss

Vor Gericht wehrte sich der Deutschländer-Clan ja noch mit Händen und Füßen gegen die Herausgabe von Schloss Krugsdorf, jetzt sieht es allerdings doch so aus, als ob man ganz bescheiden die Koffer packt.

Schloss Krugsdorf ade: Der Deutschländer-Clan muss jetzt wohl endgültig seine Koffer packen.
Rainer Marten Schloss Krugsdorf ade: Der Deutschländer-Clan muss jetzt wohl endgültig seine Koffer packen.

Die ersten Briefe gingen vor mehr als drei Wochen heraus, einer liegt dem Nordkurier vor: Der Deutschländer-Clan – die Namen in der Geschäftsführung ändern sich dort zwar gelegentlich, aber es bleibt immer in der Familie –, bedankt sich darin für den Vertragsabschluss zur Ausrichtung einer Hochzeitsfeier in Krugsdorf. Man habe allerdings das Gewerbe zum 31. Oktober 2014 abgemeldet und könne den vertraglichen Verpflichtungen 2015 nicht nachkommen, heißt es in dem Schreiben weiter. „In dem Brief befanden sich die Gewerbeabmeldung und eine Liste weiterer Schlosshotels, die uns die Deutschländers für die Ausrichtung der Feier empfohlen haben. Das alles lief ganz fair ab, zumal Frau Deutschländer uns sogar vorab telefonisch über die Vertragskündigung informiert hat.“ Das junge Paar plante seine Hochzeitsfeier in Krugsdorf für den Mai 2015.

Der Kündigung dieser Feier und von weiteren Verträgen widerspricht allerdings zum Teil die Homepage des Krugsdorfer Schlosshotels, denn dort liest sich alles so, als ginge es 2015 weiter. Von Aus und Aufhören keine Spur. Eher von Winterschlaf. „Sehr geehrte Gäste, unser Schlosshotel hat in der Wintersaison geschlossen. Wir öffnen wieder am 1. April 2015! Vielen Dank!“ Die Hochzeit des jungen Paares im Mai 2015 hätte laut Homepage also ausgerichtet werden können; wenn das Geschäft wirklich am 1. April neu startet. Ein Verwirrspiel?

Gerichte mussten sich der Sache annehmen

Ulrich Staubach, Rechtsanwalt der Familie Fernhout als Besitzer der Krugsdorfer Liegenschaften, wertet das zumindest lediglich als Hinhaltetaktik, die die Herausgabe des Besitzes immer wieder verzögern soll. Laut Staubach hat es nach den Gerichtsurteilen gegen die Deutschländers mindestens zwei Umbenennungen und zwei Sitzverlagerungen für die Krugsdorfer Firma gegeben. Schließlich wechselten auch die Geschäftsführer. Gerichte mussten sich der Sache immer wieder annehmen. „Wir haben zwei Urteile vorliegen, nämlich vom 5. März und 29. April 2014, die die Herausgabe des Schlosshotels und des Golfplatzes regeln. Wir haben versucht, die Urteile zu vollstrecken, aber weil es immer wieder die Veränderungen bei den Registergerichtseintragungen gab, hat sich das alles verzögert“, sagt er. Jetzt sei man rechtlich so weit, handeln zu können, habe aber dann von den Absagen erfahren. Das sei für ihn ein Signal, dass Deutschländers ihrer Berufung gegen die Urteile vor dem Oberlandesgericht Rostock wenig Erfolg einräumen. „In einer Woche wissen wir mehr“, so Staubach. Eine Nordkurier-Anfrage, wie die Gewerbeabmeldung zu werten ist, ließ die Familie Deutschländer am Montag offen.

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