Festumzüge in Rossow, Polzow und Penkun:

Den dicken Partys steht nichts mehr im Weg

Eine Anordnung des Schweriner Verkehrsministeriums hätte beinahe das Aus für Festumzüge in Penkun, Rossow und Polzow bedeutet. Doch nun jubeln die Bürgermeister der Gemeinden.

Das Erntefest in Polzow soll in diesem Jahr ohne eine teure Umleitung stattfinden können.
Fred Lucius Das Erntefest in Polzow soll in diesem Jahr ohne eine teure Umleitung stattfinden können.

So ganz traut er der Sache noch nicht. „Ich glaube erst daran, wenn wir keine Rechnung nach dem Erntefest bekommen“, sagt der Polzower Bürgermeister Lutz Schmidt mit einem Augenzwinkern. Doch die Botschaft aus dem Schweriner Verkehrsministerium stimmt ihn froh: Für den Erntefestumzug wird keine teure Umleitung angeordnet, da der Umzug nicht länger als eine Stunde dauert.

„Eine Stunde sind wir auf der Bundesstraße längst nicht unterwegs. Wenn wir nicht zahlen müssen, dann sind wir zufrieden“, sagt Lutz Schmidt. Im vergangenen Jahr musste die Gemeinde 600 Euro für die Einrichtung einer Umleitung berappen. Das Geld haben letztlich Landwirte aus dem Dorf aufgebracht.

Geldstrafe für Rossower Bürgermeister

Rossows Bürgermeister Edmund Gebner hat es offiziell über das Amt Löcknitz-Penkun mitgeteilt bekommen, dass für den Erntefestumzug am 26. September keine Umleitung notwendig ist. „Man hat uns im vergangenen Jahr für unsere Weigerung mit der Umleitung belächelt. Aber nun sieht man: Wir haben etwas erreicht! Das ist eine gute Nachricht“, sagt Edmund Gebner.

2014 hatte das Gemeindeoberhaupt die Anordnung einer Umgehungsstrecke zum Erntefest ignoriert. Daraufhin hatte Gebner ein Verwarngeld erhalten, das anschließend wieder zurückgenommen wurde.

„Auch für uns ist das ein gutes Signal“, betont Götz Grünberg vom Penkuner Kultur- und Tourismusverein. Der Umzug zur 775-Jahrfeier am 11. Juli führt nach seinen Angaben gerade einmal 800 Meter und für gut 20 Minuten auf der Landesstraße entlang. Eine Umleitung würde den Veranstalter 1350 Euro kosten.

Verfügung auf drei Orte beschränkt

Ralf Linse vom Ordnungsamt des Amtes Löcknitz-Penkun bedauert, dass es nicht wie erhofft eine generelle Lösung für Umleitungen bei derartigen Festen gibt und die Verfügung auf die Orte Penkun, Rossow und Polzow beschränkt ist.

„Die Kosten für eine Umleitung muss der Veranstalter tragen. Für kleine Gemeinden sind 400 oder 600 Euro schon eine Menge Geld. Großräumige Umleitungen kosten mehr und gehen richtig ins Geld“, erklärt der Mitarbeiter des Ordnungsamtes.