Unterrichtsausfall:

Den Eltern reicht es jetzt!

Bereits seit Mitte November wird die Klasse 4D der Grundschule Ueckertal in Pasewalk nicht mehr regulär unterrichtet. Die Klassenlehrerin ist erkrankt. Den Eltern reicht es jetzt, weil sich aus ihrer Sicht kein Amt nachhaltig um eine Vertretung der ausgefallenen Lehrerin kümmert.

Pause in der Grundschule Ueckertal in Pasewalk. Seit Mitte November fehlt eine Lehrerin krankheitsbedingt. Für die Schüler der Klasse 4D bedeutet das oft Stillbeschäftigung - in mindestens einem Fall sogar ohne Aufsicht. Die Eltern sind empört, dass kein Ersatzlehrer geschickt wird.
Rainer Marten Pause in der Grundschule Ueckertal in Pasewalk. Seit Mitte November fehlt eine Lehrerin krankheitsbedingt. Für die Schüler der Klasse 4D bedeutet das oft Stillbeschäftigung - in mindestens einem Fall sogar ohne Aufsicht. Die Eltern sind empört, dass kein Ersatzlehrer geschickt wird.

Steffi Grimmer gehört zu jenen, denen nun endgültig der Kragen platzt. Die Mutter hat ein schulpflichtiges Kind, das die Klasse 4D der Grundschule Ueckertal in Pasewalk besucht. Das Kind wird allerdings dort seit Mitte November 2014 nicht mehr regulär unterrichtet. Der Grund: Die Klassenleiterin ist erkrankt. „Dass auch Lehrer einmal krankheitsbedingt und für einen längeren Zeitraum ausfallen, liegt in der Natur der Sache. Das kann passieren und ist normal. Normal ist aber nicht, dass dann über Wochen niemand dafür sorgt, dass eine Ersatzkraft unterrichtet“, sagt sie. „Wir sind darüber mehr als schockiert, dass so etwas in einem Land mit Schulpflicht möglich ist.“

Schulleiter Ralf Schwarz, so weiß Steffi Grimmer, hat mehrmals dem Schulamt gegenüber auf die Situation aufmerksam gemacht – und bisweilen sogar selbst unterrichtet. „Die Schule griff aber auch auf die Freiarbeit zurück, verteilte die Kinder in andere Klassen und hat sie mindestens in einem Fall sich selbst überlassen“, sagt sie. Richtig ärgerlich seien die Eltern insgesamt, weil es jetzt sogar Überlegungen geben soll, die ganze Klasse 4D aufzulösen. „Aber genau das wollen wir verhindern, denn das würde nicht nur die Klassenstärken der anderen Vierten erhöhen, sondern es auch erforderlich machen, dass ein Teil der Kinder nicht mehr im Stadtzentrum, sondern in der Oststadt unterrichtet wird.“

Rein rechtlich könne man das als zwangsweise angeordneten Schulwechsel bezeichnen. Weitere Eltern teilten der Redaktion mit, dass sie bereits überlegen, wie sie die verantwortlichen Stellen rechtlich zwingen können, in der Sache tätig zu werden und die Kinder zu unterrichten. Für die Ausstattung der Schulen mit Personal ist das staatliche Schulamt Greifswald verantwortlich. Schulamtsleiterin Ilona Vierkant bestätigte am Mittwoch auf Nachfrage, dass sie Kenntnis von der personellen Situation in Pasewalk hat. Auch der Ärger der Eltern und des Klassenelternrates sei dort bereits in Form eines Briefes angekommen.

Da der zuständige Schulrat am Mittwoch verhindert war, will sie am Donnerstag in Absprache mit dem Schulrat der Grundschule Ueckertal in Pasewalk eine Lösung unterbreiten. Es stimme nicht, so sagte sie ausdrücklich, dass das Schulamt in der Angelegenheit generell nicht tätig geworden sei. Es gebe eben nicht immer eine schnelle Lösung, sagte sie.

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