Bundesfreiwilligendienst (Bufdi):

Der Freiwilligendienst, ein Irrsinn?

Bundesfreiwillige werden eingeteilt in jüngere (unter 25 Jahre) und ältere (27+). Im Amt Löcknitz-Penkun gibt es genügend Ältere. Sie könnten offene Bufdi-Stellen besetzen. Doch die hat der Bund für die Jungen reserviert, die wiederum nicht da sind. Ein Irrsinn.

Das Ensemble um das Gutshaus in Rothenklempenow ist eine Perle. Sechs Bundesfreiwillige sorgen mit dafür, dass das so bleibt.
Rita Nitsch Das Ensemble um das Gutshaus in Rothenklempenow ist eine Perle. Sechs Bundesfreiwillige sorgen mit dafür, dass das so bleibt.

Endlich hat es mal geklappt. Rainer Schulze, der Bürgermeister von Rothenklempenow, freut sich, dass in diesem Jahr erstmals Bundesfreiwillige in seiner Gemeinde arbeiten. Sechs sind es insgesamt. Alle kommen sie aus der Gegend und sind älter als 30, die Mehrheit ist sogar über 40. „Es ist ein Vorteil, dass wir unsere Leute mal unterstützen können“, sagt Rainer Schulze.

Es ist nicht so, dass man den sechs Leuten etwas zu tun gegeben hat, nur damit sie etwas zu tun haben. „Ohne sie könnten wir viele Arbeiten gar nicht erfüllen“, sagt der Bürgermeister. In Rothenklempenow betreuen sie etwa die Bibliothek, behüten die Exponate in der Heimatstube, bearbeiten die Grünflächen, pflegen die Gärten oder kümmern sich um Nistgelegenheiten und Insektenhotels.

Bufdis werden aus Bundesmitteln bezahlt

Anders als Ehrenämtler bekommen Bufdis Geld für ihre Arbeit. Bezahlt werden sie aus Bundesmitteln. Ihre Anstellung bei den Gemeinden ist ausdrücklich erwünscht. So sollen laut Bund 35 Prozent des Bufdi-Kontigents an die Kommunen vergeben werden. Das private Stellenportal Bufdi.EU vermeldete jüngst jedoch einen Rückgang der Dienstantritte um 25 Prozent. Die Zahl der Dienstantritte älterer Bewerber sei im vergangenen Jahr sogar um mehr als die Hälfte gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen.

Nun sieht es also so aus, dass nur noch halb so viele Bufdi-Stellen mit Älteren besetzt werden. Die Übrigen hat der Bund für die Jüngeren reserviert. Für das Amt Löcknitz-Penkun bedeutet das: Viele Stellen bleiben unbesetzt! Denn es gäbe zwar genügend ältere Interessenten, aber es gibt kaum junge.

Weniger Stellen für maximal zwölf Monate

Mehr als 30 Bufdis habe es im Amt schon einmal gegeben. „Die Gemeinden sind darauf angewiesen“, sagt Christine Bretzmann, die als Sachbearbeiterin den Bundesfreiwilligendienst im Amt Löcknitz-Penkun organisiert. Doch es wurden nicht nur weniger Stellen besetzt. Die nun angestellten Bufdis im Amtsbereich können auch nur maximal zwölf Monate beschäftigt werden. Eine Verlängerung auf bis zu 24 Monate wurde von vornherein ausgeschlossen, wie Christine Bretzmann sagt.

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