Plage:

Der nächste Ort hat ein Fuchs-Problem

Wilsickow, Löcknitz, nun Rosenthal bei Strasburg – die Füchse haben in den Geflügelbeständen dieser Dörfer kräftig gewütet. Die Halter sind verärgert, sie sprechen von einer Fuchsplage. Die Jägerschaft Uecker-Randow verweist auf die Verantwortung der Revierinhaber vor Ort.

17 Hühner leben noch, drei Hühner und zwei Enten hat der Fuchs bereits geholt – Waltraud Prem (links), hier mit Schwiegertochter Carina Prem, hofft, dass die Fuchspopulation rund um Rosenthal nicht noch größer wird.
Rainer Marten 17 Hühner leben noch, drei Hühner und zwei Enten hat der Fuchs bereits geholt – Waltraud Prem (links), hier mit Schwiegertochter Carina Prem, hofft, dass die Fuchspopulation rund um Rosenthal nicht noch größer wird.

Das Gelände ist ideal – für den Fuchs. Gleich hinter Rosenthal wachsen im Gelände locker Büsche und Sträucher. Das alles geht einige Hundert Meter weiter über in die Klepelshagener Forst. Dort ist Wildtierland-Gebiet. Waltraud Prem hat an diesem Morgen ihre 17 Hühner ins Freie gelassen. Denn oberhalb des Freilaufes arbeitet ihr Sohn mit dem Traktor. Störungen, gar Maschinenlärm, mögen Füchse nicht. Die 82-Jährige kann jetzt in aller Ruhe ihre Fenster putzen.

Waltraud Prem wohnt seit 1951 in dem Strasburger Ortsteil. Immer wieder wurde in all den Jahren Federvieh Opfer einer Fuchsattacke. Aber dass ein kompletter Hühnerbestand „abgemurkst“ wurde, das hat die Seniorin noch nicht erlebt. „Betroffen war Raimund Schäfer, dessen Freilauf noch hinter dem unseren liegt“, erzählt die Rosenthalerin. Dort habe der Fuchs zuerst geraubt und wie im Rausch die Hühner getötet. „Von uns hat er dann drei Hühner und zwei Enten geholt – aber nach und nach.“

Dass Prems nicht größere Verluste zu beklagen haben, hängt mit der überdachten Voliere zusammen: Als vor zwei oder drei Jahren wegen der befürchteten Geflügelpest das Federvieh eingesperrt werden musste, bauten sich Prems diesen Zwinger. „Wenn ich zur Stadt fahre, dann lasse ich die Hühner gar nicht erst raus; dann bleiben sie im sicheren Auslauf. Es hat aber auch Tage gegeben, da habe ich das Geflügel gehütet“, erzählt die Seniorin. Das Freigehege oberhalb des Hofes ist hoch eingezäunt. „Trotzdem war der Fuchs schon drin und packte den Hahn; der kam aber noch einmal mit dem Leben davon, weil ich dazu kam“, ergänzt Schwiegertochter Carina Prem. Aus der Sicht der Rosenthaler müssten sich die Jäger mehr den Füchsen widmen und nur einen vertretbaren Bestand vorhalten. „Die Jäger sollten mal im Kleinen Kuschel genauer nachsehen; dort leben die Füchse“, weiß Waltraud Prem.

Die Debatte um die Fuchspopulation in der Uecker-Randow-Region und den Grenzorten zu Brandenburg ist mittlerweile in der Jägerschaft Uecker-Randow angekommen, bestätigt auf Nachfrage der Vorsitzende Wilhelm Schröter. „Während es für Reh-, Damm- oder Schwarzwild Abschusspläne gibt, die für das Jagdjahr einzureichen und zu bestätigen sind, gibt es das für Füchse nicht“, sagt er. „Vor Jahren gab es noch im Zusammenhang mit der Tollwutbekämpfung einen kleinen finanziellen Anreiz, Füchse zu erlegen, die zur Tollwutkontrolle abgegeben wurden. Das ist heute nicht mehr so.“ Jeder Jäger vor Ort, so sagt er, widmet sich eigenständig der Populationsüberwachung. Und je nach Jagdgebiet, Forst- und Hegeziel wird der Bestand stärker reguliert oder großzügig geduldet.

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