Pasewalker können sich nicht einigen:

Die Häuser fast fertig, doch der Straßenname fehlt noch immer

Von außen sind die ersten beiden Häuser im neuen Wohngebiet hinter der Pasewalker Kürassierkaserne fertig. Aber einen Straßennnamen gibt es nach vielen Wochen der Diskussion immer noch nicht.

Da das neue Wohngebiet direkt hinter der einstigen Kürassierkaserne und an den ehemaligen Reitställen entsteht, sollte bei den Straßenbenennungen eigentlich ein Bezug zur Geschichte gesucht werden. Foto: Angela Stegemann
Angela Stegemann Da das neue Wohngebiet direkt hinter der einstigen Kürassierkaserne und an den ehemaligen Reitställen entsteht, sollte bei den Straßenbenennungen eigentlich ein Bezug zur Geschichte gesucht werden. Foto: Angela Stegemann

In den schicken neuen Häusern brennt Licht. Der Innenausbau ist in vollem Gange. Doch in welcher Straße die neuen Häuser stehen, das kann noch immer keiner sagen – weil die Stadtvertreter sich nicht auf einen Namen einigen können.

Einer der Hausbauer ist Oliver Thiede. „Zum Jahresanfang wollen wir einziehen“, sagt er. Erst einmal kamen die Bauherren mit der Stadtverwaltung überein, dass sie vorläufig die Adresse der benachbarten Gneisenaustraße angeben. „Aber bis wir einziehen, hätten wir schon gern eine richtige Adresse“, sagt Oliver Thiede. Denn wenn man sich erst einmal überall umgemeldet hat und dann nachher wieder alles umschreiben lassen muss, wird das teuer. Hinzu kommen die Laufereien. Polizeiliche Anmeldung, Fahrzeugpapiere, Krankenkasse, Versicherungen – es sind so viele Dokumente, in denen die Adresse steht.

Militärisch, historisch oder lieber etwas ganz anderes?

Die Stadtvertreter und Mitglieder der Fachausschüsse tun sich schwer damit, sich zu einem mit der Kürassiergeschichte in Zusammenhang stehenden Namen zu bekennen. „Einstellungen zu Namen können sich ändern“, meint Reiko Kretzschmar (CDU), Chef des Bildungsausschusses. Deshalb ist er dafür, einen neutralen Namen zu wählen. Dem schließt sich auch Silke Wald (MfP) an. Wenn es nach Museumschefin Anke Holstein geht, dann würde mit der Straße dem Regimentsarzt Wilhelm Joseph Sinsteden (1803 bis 1891) ein Denkmal gesetzt. Aber darauf geht niemand ein. „Ich bin ein Gegner der Militarisierung“, sagt Manfred Fischer (Linke). Vorstellen könnte er sich aber Christoph Carl von Bülow (1712 bis 1786). Der Regimentskommandeur  gründete beispielsweise eine Stiftung, die den armen Pasewalkern half. Aber auch darauf springt niemand an. „Man weiß immer nicht genau, was sich in den Biografien abgespielt hat“, sagt Martin Kühl (CDU). Da die Häuser am ehemaligen Reitplatz der Kürassiere stehen, kommt der Vorschlag „Am Kürassier-Reitplatz“. Den favorisiert der Bildungsausschuss. In der nächsten Woche tagt der Hauptausschuss. Vielleicht hat da ja noch jemand Ideen, auf die überhaupt noch keiner kam. Bleibt nur zu hoffen, dass die Stadtvertreter am 4. Dezember zu einem Beschluss kommen.

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