Fürs Klärwerk werden 2,5 Millionen Euro gebraucht:

Die Pasewalker müssen mehr fürs Schmutzwasser zahlen

Seit vor drei Jahren zwei neue Belebungsbecken in Pasewalks Klärwerk übergeben wurden, rückte die Einrichtung am Rand der Stadt aus dem Blick der Öffentlichkeit. Doch nun beschäftigt siedie Pasewalker wieder: Viel Geld wird gebraucht. Die Gebühren werden steigen.

Von Pasewalks Klärwerk fließt sauberes Abwasser wieder in die Uecker. Damit die Qualität gehalten werden kann, sind weitere Sanierungsarbeiten nötig.
Angela Stegemann Von Pasewalks Klärwerk fließt sauberes Abwasser wieder in die Uecker. Damit die Qualität gehalten werden kann, sind weitere Sanierungsarbeiten nötig.

Mit einem Klärwerk ist es wie mit einem Haus. Man wird nie fertig. Immer, wenn man denkt, man hat es geschafft, stehen neue Arbeiten an, weiß Klaus-Peter Muderack. Der Chef des in Marlow ansässigen Ingenieurbüros Voß & Muderack muss es wissen, denn Pasewalks Klärwerk begleitet seinen Berufsweg seit Jahren.

Vor drei Jahren, da atmeten alle auf. Zwei neue Belebungsbecken, die der biologischen Aufbereitung des Abwassers dienen, wurden eingeweiht. Von den 1,7 Millionen Euro, die das damals kostete, musste die Stadt rund 660 000 Euro selbst bezahlen. Ein Jahr später ist die Sanierung der altersschwachen Nachklärbecken dran, kündigte WAL-Prokurist Christoph Maschek damals an. Doch die seien das kleinere Problem. Die WAL Senftenberg managt den städtischen Eigenbetrieb im Auftrag der Stadt.  Doch nun ist das kleine Problem immer noch da und entwickelte sich zu einem großen. Damals nahm man nämlich noch an, dass auf den Nachklärbecken nur der Kranz erneuert werden muss. Aber nach einer Untersuchung zeigte sich: Der gesamte Beton des Beckens ist sehr schlecht. Weitere Probleme sind dazugekommen, sagte Klaus-Peter Muderack.

„Uns fehlen 2,5 Millionen Euro in den nächsten zehn Jahren“, sagt der Planer. Fest steht aber auch: Es gibt derzeit keine Fördermittelprogramme für Klärwerke. Die Stadt reagierte. Sie schreibt ihr 2006 erstelltes Konzept zur Sanierung der Kläranlage weiter. Das richtet sich auch danach, was die Stadt sich nach dem derzeitigen Stand leisten kann. Danach sind erste Maßnahmen bis zum Ende des nächsten Jahres vorgesehen. Die beiden Nachklärbecken sollen zwischen 2017 und 2020 erneuert werden. Die Werkstraßen sind unter anderem 2025 dran. Die Termine würden sich nur ändern, wenn zwischendurch ein Geldseegen kommt.

Wurden 2014 sowohl die Niederschlags- als auch die Schmutzwassergebühren gesenkt, da die WAL Überschüsse erwirtschaftete, so wird die zentrale Schmutzwassergebühr wohl wieder steigen. Das passiert auch, um die Sanierung der Nachklärbecken bezahlen zu können. Beträgt die zentrale Schmutzwassergebühr derzeit 2,73 Euro pro Kubikmeter, so werden es dann wohl drei Euro werden.