Pasewalk nutzt eine Weltneuheit:

Die Röhre steht jetzt vor der Klinik

Wer in den nächsten drei Wochen in Pasewalks Asklepios Klinik durch das MRT muss, dem wird ein ganz besonderes Erlebnis zuteil. Er darf in einem Container eine Erfindung der Holländer nutzen – so lange, bis das neue Gerät eingebaut ist.

Testlauf: Funktioniert die Liege, mit der gehbehinderte oder bettlägrige Patienten nach oben gehievt werden können?
Angela Stegemann Testlauf: Funktioniert die Liege, mit der gehbehinderte oder bettlägrige Patienten nach oben gehievt werden können?

Auf dem Hof der Pasewalker Asklepios Klinik steht ein großer weißer Laster. An seinen Anblick werden Klinikmitarbeiter sich in den nächsten drei Wochen gewöhnen müssen. Diesem fahrbaren Container haben die Patienten zu verdanken, dass sie keine weiten Wege auf sich nehmen müssen, wenn sie in der nächsten Zeit durch die Röhre geschoben werden sollen. Die heißt in der Fachsprache Magnetresonanztomograph (MRT). Ein solcher befindet sich im Bauch des Containers. Ein weiterer steht im Klinikgebäude. Doch dessen Tage sind gezählt. Das vor zehn Jahren angeschaffte Gerät, damals das erste dieser Art in der Klinik, hat ausgedient. „Es funktioniert noch. Aber wir haben uns zu der Neuanschaffung entschlossen“, sagt Asklepios-Geschäftsführer Steffen Vollrath.

Denn der MRT, der den Medizinern Schnittbilder von Geweben und Organen liefert, ist voll ausgebucht. 25 Patienten höchstens konnten bisher am Tag durch die Röhre geschoben werden. Die schafft das neue Gerät teilweise in der Hälfte der Zeit. Doch das alte Gerät zu entsorgen und ein neues einzubauen, kostet Zeit, in der Regel sechs Wochen.

Das Krankenhaus will es in der Hälfte schaffen. Doch wohin bis dahin mit den Patienten? Man stieß auf eine holländische Firma, die weltweit mit ihren fahrenden Röhren unterwegs ist. Hans-Joachim Schröder, der Leiter Medizintechnik an der Pasewalker Asklepios Klinik, hat schnell einen Vergleich gefunden: „Bis der neue MRT eingebaut ist, agieren wir eben in einem Wohnwagen statt in einer Wohnung.“ Das passt zu den Holländern. Denn es ist ziemlich eng. Aber immer noch besser, als kilometerweit woanders hinfahren zu müssen. Deshalb werden ab Montag auch nur die unbedingt notwendigen stationären „Fälle“ durch die Röhre geschoben.