Gülle in der Uecker:

Die Uckermärker haben unsere Fische getötet

Massenhaftes Fischsterben in der Uecker: Nach einer Havarie in einem Argarbetrieb in Göritz (Uckermark) ist Gülle in den Fluss gelangt. Tonnenweise Fische sind dadurch erstickt.

Massenweise tote Fische schwimmen in der Uecker.
Fred Lucius Massenweise tote Fische schwimmen in der Uecker.

„Das ist eine Riesen-Schweinerei. Offiziell wurden wir nicht informiert. Unsere Angler berichten inzwischen von toten Fischen von Brietzig bis Torgelow“, schimpft Norbert Koch, Vorsitzender des Kreisanglerverbandes Uecker-Randow. Das massenhafte Fischsterben entdeckt haben zuerst Jens Krüger vom Storchenhof Papendorf und Juliana Gehrt vom Nationalparkamt Vorpommern, als sie in Prenzlau beginnend auf der Uecker zu einer Tierzählung unterwegs waren. „Nach etwa sieben Kilometern bemerkten wir, dass das Wasser trübe wurde und anfing, nach Gülle zu stinken. Das Wasser der Uecker ist ansonsten klar. Kurz danach schwammen die ersten Fische an der Wasseroberfläche und schnappten nach Luft. Flussabwärts verschlimmerte sich die Sache. Überall lagen jetzt tote Fische. Das Wasser war so voller Gülle, dass man seine Hand nicht mehr sehen konnte, wenn man sie etwas tiefer ins Wasser hielt“, erzählt Jens Krüger.

Umgehend hat der Papendorfer den Naturschutzbund (NABU) in Prenzlau mit der Bitte informiert, die zuständigen Behörden zu unterrichten. Eine weitere Fahrt auf der Uecker mit Mirko Niklas vom Storchenhof lässt Krüger zu dem Schluss kommen, dass tonnenweise Fische verendet sind. Darunter unzählige stattliche Forellen und große Hechte. Wie Harald Wendt von der Unteren Naturschutzbehörde im Landkreis Uckermark erklärt, ist die Gülle nach einer Havarie in einem Agrarbetrieb in Göritz ausgetreten. Über eine Wiese und den Dauergraben als Zufluss gelangte sie in die Uecker. Über die Menge kann Wendt keine Angaben machen. Es sei aber eine erhebliche Verschmutzung eingetreten. Durch diese habe sich der Sauerstoffgehalt des Wassers reduziert, was zum Ersticken der Fische führte. Die Behörde habe dann „Gefahren-Abwehrmaßnahmen“ angeordnet. Dazu zählte das Abpumpen von Gülle aus der Wiese und dem Dauergraben sowie eine stärkere Öffnung des Wehres am Uckersee, um das Wasser der Uecker zu verdünnen. Auch habe man veranlasst, dass tote Fische abgesammelt werden.