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Die Wut kann man nicht aufräumen

Die Feuerwehr ist lahmgelegt, die Agrargesellschaft repariert und räumt auf, was die Diebe an Chaos hinterlassen haben. Doch die Wut darauf, dass man jetzt schon wieder heimgesucht wurde, die lässt sich nicht wegpacken.

Die Diebe durchwühlten jede Schublade, jeden Schrank. Der Schaden ist beträchtlich.
Nitsch Die Diebe durchwühlten jede Schublade, jeden Schrank. Der Schaden ist beträchtlich.

Auch wenn die Wut groß ist und der Schock bleibt, das Leben geht weiter in Blankensee. In der Nacht zum Montag war sowohl bei der Feuerwehr als auch bei der Agrargesellschaft eingebrochen worden. Seitdem ist die Feuerwehr nicht mehr einsatzfähig. Gemeindearbeiter Manfred Bose ist jetzt dabei, sämtliche Türen zu reparieren. Auch die Eisengitter vor den Fenstern, die eigentlich als Schutz vor Einbrechern gedacht waren, sitzen wieder fest im Mauerwerk.

„Für die Aufräumarbeiten habe ich Kräfte aus dem Feldbau zur Hilfe abgezogen“, sagt der Geschäftsführer der Agrargesellschaft, Reinhard Senckpiel. Erst einmal verschoben sind deshalb notwendige Reparaturarbeiten an den Ställen und am Futtersilo.

Forderung nach mehr Polizei

Außerdem bleibt in dem Geschäftsführer die Wut über die Landespolitik in Sachen Ordnung und Sicherheit. „Gerade hier in der Grenzregion brauchen wir mehr Präsenz der Bundespolizei. Die Beamten sollten lieber weniger an den Bundesstraßen lasern, dafür mehr Streife fahren“, sagt er. Wer will Reinhard Senckpiel, dem Dauerbetroffenen bei Diebstählen in Blankensee, diese Wut verübeln?

Bei den Kameraden der Feuerwehr scheint es dagegen beinahe, als wollten sie sich für den Diebstahl entschuldigen. „Wir sind noch 25 aktive Kameraden in der Feuerwehr und sind stolz auf unser gut ausgerüstetes Feuerwehrauto gewesen. Doch jetzt können wir nicht mehr helfen“, sagt Wehrführer Roland Schenkowitz. Sie seien wie gelähmt. Der Wehrführer glaubt auch nicht daran, von den wertvollen Ausrüstungsgegenständen wie der Pumpe, den digitalen Handfunkgeräten und der Motorkettensäge noch einmal etwas wiederzusehen. So etwas lasse sich im Internet gut verkaufen, sagt er. 

Im Amt Löcknitz-Penkun glühen derweil Telefone, gehen Faxe hin und her. „Wir werden alles daran setzen, dass die Blankenseer Feuerwehr am 1. Januar 2016 wieder ausrücken kann“, informiert Peggy Schröder aus dem Amt. Da man sich zurzeit in der Haushaltsplanung befinde, denke man darüber nach, in Abstimmung mit den Gemeinden die Gerätehäuser mit Alarmanlagen auszurüsten. Das würde für 18 Feuerwehren zutreffen.