Chefärztin schlägt Alarm:

Drogen-Schock: 12-Jähriger in Klinik eingeliefert

Nach anderen Kliniken in Vorpommern schlagen jetzt auch Kinderärzte der Pasewalker Klinik Alarm: Die angebliche „Bio-Droge“ Spice hält Einzug in hiesige Kinder- und Jugendzimmer. Mehrere Patienten aus Pasewalk und Umgebung mussten behandelt werden.

Die psychoaktiven Wirkstoffe in Spice sind in den Jahren 2009 und 2010 verboten worden.
Boris Roessler Die psychoaktiven Wirkstoffe in Spice sind in den Jahren 2009 und 2010 verboten worden.

Pasewalker Kinderärzte sehen sich zunehmend mit Spice-Konsum von Minderjährigen konfrontiert. Wie gefährlich so etwas ist, merkt mancher erst, wenn er im Krankenhaus landet. Der jüngste Spice-Patient war 12 Jahre alt. Ein Jugendlicher musste sogar in die Greifswalder Klinik geflogen werden. Die Betroffenen waren alle minderjährig, sagt Antje Vogler, Chefärztin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Pasewalker Krankenhaus. Glücklicherweise konnten die Ärzte bisher alle Kinder und Jugendlichen retten.

Die Klinik hat jetzt Anzeige bei der Polizei erstattet. Antje Vogler bittet auch die Eltern, wachsam zu sein. Denn nach dem Rauchen von Spice kommt es bis zu 30 Mal häufiger zu Notfällen als beim Konsum von Marihuana. Das Gefährliche: Die Droge gibt es schon seit vielen Jahren. Da sie aber immer wieder in neuen Zusammensetzungen auftaucht, ist nicht absehbar, wie der Körper darauf reagiert, sagt die Ärztin.

Ob ein Kind Drogen nimmt, sei gerade in der Pubertät nicht immer erkennbar. Die Folgen seien unterschiedlich. Sie reichen von geistiger Abwesenheit bis hin zu Halluzinationen, Verwirrtheit und akutem Sauerstoffmangel. Es ist sogar möglich, dass Betroffene ins Koma fallen. Eltern, die Rat bräuchten, könnten sich an die Suchtberatungsstellen in der Region wenden.

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