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Echte Kapuzenmänner oder Vorfall nur ausgedacht?

Im Fall der Männer, die kürzlich in Ku-Klux-Klan-Manier an einem Flüchtlingsquartier in einem vorpommerschen Wald aufgekreuzt sein sollen, gibt es inzwischen so manche Zweifel.

Offenbar ist selbst den ermittelnden Kriminalisten noch nicht klar, wie man in stockdunkler Nacht vom Haus Waldeslust die ominösen Männer sehen konnte.
Jörg Foetzke Offenbar ist selbst den ermittelnden Kriminalisten noch nicht klar, wie man in stockdunkler Nacht vom Haus Waldeslust die ominösen Männer sehen konnte.

Seit zwei Wochen fahndet die Polizei vergebens nach Männern, die im Stil des amerikanischen Ku-Klux-Klans vor einer Flüchtlingsunterkunft im Wald zwischen Rothenklempenow und Löcknitz im Kreis Vorpommern-Greifswald eine Art Parade veranstaltet haben sollen. Weil ein fremdenfeindlicher Hintergrund vermutet wurde, trat der polizeiliche Staatsschutz in Aktion. Doch offenbar kommt man bei den Ermittlungen nicht so recht voran. Ein Aufruf der Polizei an die Bevölkerung brachte keine Hinweise ein. Stattdessen treten in dem Fall zunehmend Merkwürdigkeiten zutage.

Das beginnt bereits mit der Uhrzeit, an der die Kapuzenmänner vor dem Flüchtlingshaus aufgetaucht sein sollen. In der ersten Polizeimeldung hieß es: Mitternacht. Drei Tage später erklärte ein Flüchtling gegenüber dem Nordkurier, die Kapuzenmänner hätten bereits gegen 20 Uhr am Zaun gestanden. Das hieß es dann auch von der Polizei, die sich einen Tag später aber nochmals korrigierte und wieder von Mitternacht sprach.

Dann allerdings ist es im Wald zwischen Rothenklempenow und Löcknitz stockduster. Und weil es dort auch keine Beleuchtung gibt, stellt sich eine Frage: Wie konnten die Flüchtlinge die Kapuzenmänner in der Dunkelheit überhaupt bemerken? Ebenso merkwürdig ist, warum die Polizei erst am Nachmittag des nächsten Tages informiert wurde.

Warum die unterschiedlichen Uhrzeiten? Warum die späte Alarmierung? Fragen über Fragen und anders als bei vergleichbaren Aktionen rechter Gruppen kein einziges Wort im Internet, um sich selbst zu feiern für so eine Provokation. Bei der Polizei hüllt man sich allerdings in Schweigen. Die Ermittlungen würden weiter geführt, hieß es bloß. Und das dauere. Vielleicht auch wegen dieser ganzen Fragen.

Kommentare (3)

der Ku-Klux-Klan ist in Deutschland nicht verboten. Ich frage mich warum also der polizeiliche Staatsschutz in Aktion tritt bei einer "Vermutung". Heißt es nicht immer, dass objektiv und sachlich ermittelt werden soll? Aber hier wird ein fremdenfeindlicher Hintergrund vermutet. Wo bleibt die Sachlichkeit und Objektivität? Warum ermitteln wenn keine Straftat vorliegt?

Keiner hat diesen Mist geglaubt.Man kann davon ausgehen dass einem oder mehreren der Aufenthalt in dem abgelegenen Objekt nicht gefällt. Was liegt da näher als ich diese Geschichte auszudenken in der Hoffnung dass sich ein paar wenige deutsche im vorauseilenden Gehorsam da es Sich ja um Ausländer handelt und die immer die Wahrheit sagen sofort Speichel triefend man könnte was Neues berichten an die Presse wendet die diesen Dreck natürlich abdruckt. Nun geht es aber nach hinten los da es bei den Ermittlungsbehörden fähige Leute gibt. Interessant Ist auch die Tatsache das hier ohne Straftatbestände versucht wird eine Ermittlung aufrecht zu erhalten.Da kann es ja nur um politisches Kalkül drehen.

Guten Tag! Der Nordkurier erhielt die Information über den Vorfall durch die Pressestelle der Polizei und keineswegs durch andere Tippgeber. Mit freundlichen Grüßen, Oliver Wunder, Nordkurier-Redaktion