Sensationelle Entdeckung:

Ein Elch strolcht Richtung Neubrandenburg

Wer spaziert denn da in aller Seelenruhe in der Strasburger Ecke umher? Ein Elch? Tatsächlich - das Foto ist der Beweis. Einem Autofahrer vergeht allerdings das Lachen beim Anblick des Tieres.

Dieser Elch spazierte am Montag in der Strasburger Gegend umher. Ein Einwohner hat ihn fotografiert.
privat Dieser Elch spazierte am Montag in der Strasburger Gegend umher. Ein Einwohner hat ihn fotografiert.

Einen solchen Fall von Unfallflucht haben die am Montagmorgen zum Autobahnparkplatz Brohmer Berge an der A 20 gerufenen Polizisten mit Sicherheit noch nicht erlebt. Nachdem ein frei laufender Elch dort für einen Verkehrsunfall mit 5000 Euro Sachschaden gesorgt hatte, flüchtete er kurzerhand über einen eigentlich zu seiner Abwehr aufgestellten Wildzaun und verschwand im Dickicht.

Zurück blieben verdutzte Zeugen, ein verbeultes Auto sowie Elchexperten, die nun weiter auf der Suche nach dem offenbar aus Polen eingewanderten Tier sind.
„Zum ersten Mal gesehen haben wir ihn am vergangenen Freitag, seitdem bewegt er sich entlang einer uralten Elchroute in Richtung Neubrandenburg“, sagt dazu Thomas Golz. Er betreibt in Kleptow (Uckermark) ein Wildgehege und ist von der Polizei als Sachverständiger in die Suche nach dem Elch einbezogen worden.

Golz schätzt das Alter des Tieres auf rund 15 Monate, beschreibt es als „relativ vertraut“. Er selbst habe sich dem Tier am Freitag auf gut zehn Meter nähern können, ehe sich der Elch leicht humpelnd ins Unterholz verzogen hatte. Auslöser des für die Region ungewöhnlichen Streifzuges sei wohl die Suche nach einem neuen Revier, schließlich beginne gerade jetzt die Brunftzeit der Elche.

Sollte das Tier in den kommenden Tagen eingefangen werden, droht ihm nicht etwa die Zukunft in einem geschlossenen Gehege. „Wir würden das Tier narkotisieren, mit einem GPS-Sender versehen und dann frei lassen“, so Thomas Golz. Dann könnte die weitere Route des Tieres problemlos nachverfolgt und bei Bedarf Warnungen ausgegeben werden. „Bis dahin bitten wir die Autofahrer besonders achtsam zu fahren, wir wollen den Elch lebend“, so Thomas Golz.

Er geht davon aus, dass das Jungtier einer alten Elchroute folgt, die Richtung Neubrandenburg geht.