Raubzug durch Polzow:

Einbrecher narkotisieren Hofhund

In nur einer Nacht wurden mehrere Einwohner des kleinen Ortes bei Pasewalk Opfer eines beispiellosen Raubzugs. Die Ganoven schreckten nicht davor zurück, einem Hofhund Schlafmittel zu verabreichen.

Stets aufmerksam bewacht Hofhündin Anka das Heim von Familie Bobsien in Polzow. Doch gegen die Skrupellosigkeit der Ganoven hatte sie keine Chance.
S. Kühl Stets aufmerksam bewacht Hofhündin Anka das Heim von Familie Bobsien in Polzow. Doch gegen die Skrupellosigkeit der Ganoven hatte sie keine Chance.

Sie kamen in der Dunkelheit. Irgendwann zwischen Mitternacht und fünf Uhr früh am Montagmorgen suchten sie Polzow heim. Zuerst brachen sie eine Garage auf, stahlen einen VW Passat und Werkzeug im Wert von 4000 Euro. Danach zogen sie weiter. Auf einem anderen Grundstück knackten die Diebe einen VW Polo. Außer dem Auto nahmen sie auch hier Werkzeug mit.

Schaden von 20.000 Euro

Doch noch immer hatten die Einbrecher nicht genug. Auf einem weiteren Grundstück machten sie sich an einem Transporter zu schaffen, ließen Werkzeug und ein Schweißgerät mitgehen. Bilanz des beispiellosen Raubzugs durch Polzow: ein Schaden von 20.000 Euro! „Ein Zusammenhang zwischen den Taten kann derzeit nicht ausgeschlossen werden“, heißt es dazu lapidar im Amtsdeutsch der Polizei. In Wahrheit bedeutet das wohl nur eins: Organisiertes Verbrechen. Dafür spricht neben der hohen kriminellen Energie vor allem die gezielte Auswahl der Beute: Markenwerkzeuge und Autos mit hohem Wiederverkaufswert.

Nun ist die 250-Seelen-Gemeinde wie gelähmt.  Auch Bürgermeister Lutz Schmidt ist geschockt. „Bislang sind wir hier weitgehend von Diebesbanden verschont geblieben“, sagt er.Und nun schlug das Schicksal gleich mit dieser Härte in Polzow zu.

In dieser Nacht blieb Anka ruhig

Wer die Täter sein könnten, darüber will Schmidt keine Mutmaßungen anstellen. Zu den Opfern des Raubzugs zählt Sandra Bobsien. „Es war in der Nacht vom Sonntag zum Montag. Wir haben alle geschlafen und nichts gehört“, erzählt die Polzowerin. Normalerweise hätte Hofhund Anka angeschlagen. Der kleine Jack-Russell-Terrier beginnt immer laut zu bellen, wenn sich jemand dem Grundstück nähert. Doch in dieser Nacht blieb Anka ruhig. „Die müssen ihr was gegeben haben. Noch am Morgen schlief sie tief und fest“, so Sandra Bobsien. Der kleine Hund ist jetzt wieder lebhaft wie zuvor. Doch die skrupellosen Diebe nahmen billigend in Kauf, dass der Hofhund die Betäubung nicht übersteht.

Nachdem der Hund ruhig gestellt war, durchwühlten die Diebe sämtliche Nebengelasse, nahmen unter anderem drei Kettensägen, ein Auto und ein Fahrrad mit. „Das Auto müssen sie vom Hof gerollt und erst später gestartet haben, wir wären sonst bestimmt aufgewacht“, sagt die Hausbewohnerin. Doch eigentlich sei sie ganz froh, dass niemand im Haus was mitbekommen hat. „Wer weiß, was sonst noch passiert wäre.“

Ist ein weißer Lieferwagen das Fahrzeug der Täter?

Da sich im gestohlenen Wagen auch ein Schlüsselbund befand, muss die Familie nun zusätzlich zum entstandenen Schaden sämtliche Schlösser im Haus und auf dem Hof austauschen. In den zwei Wochen vor dem Einbruch haben Sandra Bobsien und ihr Sohn mehrfach einen weißen Lieferwagen in der Gegend umher fahren sehen. „Es war ein älteres Modell. Einmal schlichen auch zwei Männer in der Nähe des Grundstücks herum“, erinnert sich die junge Frau. Da sie kein misstrauischer Mensch sei, habe sie keinen Verdacht geschöpft. Nun ermittelt die Kripo, doch sind die Beamten auf Hinweise angewiesen.

Wer am Wochenende verdächtige Personen gesehen oder unbekannte Fahrzeuge bemerkt hat, kann sich unter der Telefonnummer 03973 2200 bei der Pasewalker Polizei melden.

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