Kriminalität:

Falscher Pasewalker Notar betrügt Autokäufer

Die Generalstaatsanwaltschaft in Bamberg ermittelt gegen einen falschen Notar und seine Helfer mit Büro in Pasewalk. Sie haben im großen Stil Bürger abgezockt, die Autos und landwirtschaftliche Technik preisgünstig aus der Insolvenzmasse polnischer Firmen erwerben wollten.

Ein angeblicher Notar mit Sitz in der Pasewalker Ringstraße hat Internet-Betrug im großen Maßstab betrieben. In der Firmenpräsentation behauptete er, sich auf den digitalen Handel mit Insolvenzwaren aus Polen spezialisiert zu haben. Er vermittelte im Internet Autos und Landwirtschaftsmaschinen und kassierte dafür vorab eine Anzahlung. Über Google wird dieser Bereich als Firmensitz gezeigt. Er besteht dort aber nicht.
Rainer Marten Ein angeblicher Notar mit Sitz in der Pasewalker Ringstraße hat Internet-Betrug im großen Maßstab betrieben. In der Firmenpräsentation behauptete er, sich auf den digitalen Handel mit Insolvenzwaren aus Polen spezialisiert zu haben. Er vermittelte im Internet Autos und Landwirtschaftsmaschinen und kassierte dafür vorab eine Anzahlung. Über Google wird dieser Bereich als Firmensitz gezeigt. Er besteht dort aber nicht.

Der Internetauftritt wirkt professionell. Unter einem „Herzlich Willkommen“ zeigt ein Foto das Firmenschild mit den großen Lettern „Rechtsanwälte & Notare, Notarbüro Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Guido Neuleuf, Ringstraße 1, 17309 Pasewalk.“ Über die Handynummer, die dann folgt, hat sich vermutlich niemand gewundert. Vielleicht wurde sie dem Mann sogar positiv ausgelegt: Der will immer erreichbar sein! In mindestens 50 Fällen war das der angeblich promovierte Jurist mit Büro in der Pasewalker Ringstraße auch wirklich. „Wir ermitteln zu etwa 50 Betrugsfällen. Es wird sicher noch mehr Fälle geben, denn wir stehen erst am Anfang“, sagt Oberstaatsanwalt Matthias Huber, Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg am Montag auf Nachfrage. Mindestens 300 000 Euro hat der falsche Notar erbeutet. Die Bamberger Staatsanwaltschaft ist für den Fall tätig, weil die meisten Geschädigten aus Bayern kommen. Ermittelt wird seit Oktober 2015.

Die Lage des Notarbüros in Pasewalk war den Cyber-Kriminellen für die glaubwürdige Abwicklung ihrer Geschäfte offenbar wichtig: Bis Polen sind es nur 30 Autominuten. Und um Polen-Geschäfte ging es. Im Internet gab der Mann vor, sich „auf den digitalen Handel mit Insolvenzwaren spezialisiert“ zu haben. Der angeblich promovierte Jurist vermittelte nach eigenen Angaben Landwirtschaftsmaschinen und Autos aus der Insolvenzmasse polnischer Firmen. Alles sei günstig zu haben. Das Notarbüro würde „risikobehaftete Transaktionen“ abwickeln.

Wer die Schnäppchen haben wollte, musste vorab die Hälfte des Kaufpreises auf ein Treuhandkonto überweisen. Mit Rückgaberecht. Die angezahlte Technik sahen die vermeintlichen Käufer dann aber nicht. Auch das Geld war weg, denn weder der Notar noch seine Kanzlei existierten wirklich.

Oberstaatsanwalt Matthias Huber spricht, wenn es um den Pasewalker Notar geht, von einer ganz üblen Betrugsmasche: „Kaum jemand genießt mehr Vertrauen als ein Notar, der treuhänderisch über ein Notaranderkonto wacht. Das wurde gehörig missbraucht.“

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