:

Feiern, bis die Feuerwehr kommt

Feuerwehrleute können nicht nur Brände löschen, sondern auch kräftig feiern. Das bewiesen die Strasburger Kameraden jetzt.

Damit fuhren die Feuerwehrleute 1911 zum Feuerlöschen. Fotos: Angela Stegemann             
Angela Stegemann Damit fuhren die Feuerwehrleute 1911 zum Feuerlöschen. Fotos: Angela Stegemann  

Strasburgs Wehrchef Arno Gosse (64) stehen die Anstrengungen der vergangenen Stunden ins Gesicht geschrieben. „Man muss auch mal feiern können“, sagt er. Für kurze Zeit die Sorgen vergessen. Und davon hat er einige. Gosse hat nur noch 36 aktive Feuerwehrleute in seinen Reihen. Wenn in der Woche ausgerückt werden muss, dann sind es nur zwischen acht und zehn Einsatzbereite, denn die meisten arbeiten außerhalb. Die Wochen-Stärke reicht für eine Schwerpunktfeuerwehr also nicht aus, 23 müssten es sein. Also ist die Wehr schon seit Jahren wochentags nicht einsatzfähig. Wären da nicht die Feuerwehren aus der Umgebung, dann hätte sie längst dichtmachen müssen. Die Feuerwehrleute der Region sind auch deshalb eine eingeschworene Gemeinschaft geworden. Das zeigte sich wieder, als zu 13 Jahrzehnten Feuerwehr nach Strasburg eingeladen wurde. Zu Konzert, historischer Brandbekämpfung, Lagerfeuer, Feuershow, Fackelumzug und Schalmeienmusik kamen Mitstreiter nicht nur aus der Uecker-Randow-Region. Der Höhepunkt war der große Festumzug.

Die Pasewalker rückten mit ihrer großen Drehleiter an. Und Franz Pirolt, Bürgermeister der österreichischen Partnerstadt Straßburg, konnte sich dadurch das uckermärkische Strasburg einmal von oben anschauen. Eine halbe Stunde vorher fing der Zug an, sich zu formieren. Feuerwehrmann Peter Linnstädt hatte die organisatorischen Fäden in der Hand und alles im Griff. Rund 40 Fahrzeuge fuhren durch Strasburgs Straßen. Nicht nur die Feuerwehrleute marschierten mit ihren österreichischen Freunden sowie Bürgermeister Norbert Raulin (SPD) und Stadtpräsidentin Rosemarie Henke (SPD) voran.

Auch die anderen Vereine der Stadt und Firmen wissen offenbar, was sie an ihrer Feuerwehr haben. Die Sportfrauen, der Karnevalsverein, die Arbeiterwohlfahrt, der MC Touring, die Oldtimerfreunde und der Schützenverein reihten sich in den bunten Zug ein. Die Strasburger versuchten, den besten Platz zum Schauen zu ergattern. Wer so gar keine Ahnung von der Technik hatte, für den erklärte Frank Zabel auf Markthöhe lautstark die Fahrzeuge. Auch davon, wie 1911 die Feuerwehrleute zum Löschen fuhren, bekamen die Zuschauer angesichts einer Trebenower Spritze, die auf einem Abschleppauto fuhr, eine Vorstellung.

Das älteste Fahrzeug, das der Strasburger Feuerwehr gehört, stammt aus dem Jahr 1964. Der Schlauchwagen wird gehegt und gepflegt, zu Feuerwehr-Jubiläen auch verliehen. Jüngster Mitfahrer war während des Festumzuges Florian. Der Dreijährige hatte Glück, denn sein Opa fuhr den Schlauchwagen. Natürlich steht Florians Berufswunsch bereits fest. Aber bis es soweit ist, werden noch einige Jahre ins Land gehen.