Polizei ermittelt:

Feige Hass-Attacke auf den Nordkurier

Die Stadt Pasewalk will den Flüchtlingen das Leben erleichtern und baut dabei auf die Solidarität der Bürger: Wer ein Fahrrad übrig hat, der sollte es für die Flüchtlinge spenden. Die Zeitungsmeldung dazu im Nordkurier brachte am Sonnabend die Pasewalker Redaktion ins Visier einiger ganz feiger Hetzer.

Mit diesen Schreiben protestieren die Unbekannten gegen die städtische Spendenaktion.
Rainer Marten Mit diesen Schreiben protestieren die Unbekannten gegen die städtische Spendenaktion.

Die Meldung im Nordkurier am Donnerstag war kurz: Wer sein Fahrrad nicht mehr benötigt, kann sich mit der Stadtverwaltung in Pasewalk in Verbindung setzen und das Rad spenden – für jene Flüchtlinge, die in Pasewalk auf Zeit eine neue Bleibe gefunden haben. Übergeben werden die Räder den Flüchtlingen noch vor dem Fest während einer Weihnachtsfeier.

Die Reaktion auf den Aufruf erfolgte innerhalb von zwei Tagen: In der Nacht zum Sonnabend machten sich Unbekannte auf den Weg zur Redaktion des Nordkurier. Mit dabei: Ein altes Fahrrad und zwei Blätter, auf denen sie ihre wirren Gedanken abdruckten.  Auf jeden Fall dieser traurige und in der letzten Zeit viel zu oft kolportierte Begriff "Asylmissbrauch". Auf den beiden Zetteln stand: „Spenden??? Nein Danke!!!!!“ und „Mehr hat Deutschland nicht übrig für Asylmissbrauch!!!!!.“

Neben Zettel und Fahrrad hatten sie auch noch Schloss und Kette dabei. Das Fahrrad ketteten sie am Griff der Eingangstür zur Nordkurier-Redaktion an. Die Zettel klebten sie mit Klebeband an die Türscheibe. Dann verschwanden die Feiglinge wieder.

Die Aktion hat einen klar ausländerfeindlichen Hintergrund, stellte am Samstagvormittag die Polizei fest. Die Ermittlungen dauern an.

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