Verurteilt auf Bewährung:

Frank Deutschländers dicke Akte der Schande

Frank Deutschländer, zeitweise mit allen Vollmachten für das Schlosshotel in Krugsdorf ausgestattet, holt die Vergangenheit ein: Das Amtsgericht in Zittau verurteilte den 31-Jährigen zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren. Es ging um eine SS-Uniform und viel Geld. Doch der Mann hat noch mehr auf dem Kerbholz.

Frank Deutschländer holt die Vergangenheit ein. Er wurde am Amtsgericht Zittau zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Das Gericht hielt es für erwiesen, dass er andere angestiftet hat, einen schweren Raub zu begehen.
Foto: Archiv/Nordkurier Frank Deutschländer holt die Vergangenheit ein. Er wurde am Amtsgericht Zittau zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Das Gericht hielt es für erwiesen, dass er andere angestiftet hat, einen schweren Raub zu begehen.

In Pasewalk wollte Frank Deutschländer groß in Kommunalpolitik und Wirtschaft einsteigen. Zum Teil gelang es dem in Berlin Geborenen auch, von sich das Bild eines engagierten Mannes der Politik und Wirtschaft zu verbreiten. Er war sachkundiger Bürger im Wirtschaftsausschuss, ab Mai 2013 saß er zusätzlich im Finanzausschuss. Den Sprung in die Stadtvertretung schaffte er im Mai 2014 nicht.

Ein Glück für Pasewalk, denn dem Mann holt nun, fernab seines früheren Wohnortes Seifhennersdorf, Landkreis Görlitz, die Vergangenheit ein! Das Amtsgericht Zittau, so bestätigte am Mittwoch auf Nachfrage Amtsgerichtsdirektorin Verena Hönel, verurteilte Frank Deutschländer zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren. Die Vollstreckung der Freiheitsstrafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Das Urteil ist rechtskräftig.

Deutschländer ließ sich SS-Uniform beschaffen

Das Gericht sprach Deutschländer schuldig, andere 2011 zu einem schweren Raub angestiftet zu haben. In der Sache ging es, man staune, um eine komplette SS-Uniform. Deutschländer wollte offenbar das Stück deutsche Vergangenheit um jeden Preis haben. Auch mit Gewalt.

Die ganze Sache spielte sich so ab: Frank Deutschländer wurde Anfang des Jahres 2011 auf eine Annonce aufmerksam, die der Betreiber eines Antikhandels – in dem Verfahren jetzt Zeuge – veröffentlicht hatte. Ein erster Kontakt Deutschländers zu einem namentlich nicht bekannten Mittäter sowie zu dem Antikhändler kam dann genau am 20. April 2011 zustande. Das ist der Geburtstag Hitlers.

Der Händler bot die Uniform zum Verkauf an. Preis: Mindestens 2000 Euro. Die Übergabe der Uniform und die Zahlung des Geldes sollte einen Tag später, am 21. April 2011, in Deutschländers Wohnhaus in Seifhennersdorf erfolgen. Offenbar plante Deutschländer von Beginn an etwas anderes.

Denn seit Anfang April führte er Gespräche mit zwei Männern, die den Antikhändler mit einem Schlagstock niederschlagen und anschließend das Bargeld wegnehmen sollten. Beide traten in dem Verfahren als Zeugen auf. Die Tat wurde nicht ausgeführt; die beiden Männer flüchteten noch vor dem Eintreffen des Antikhändlers freiwillig durch den Hintereingang ins Freie.

Sein Strafregister ist lang

Im Zusammenhang mit dem Verfahren wurde bekannt, dass gegen Frank Deutschländer seit 1998 immer wieder ermittelt und Gerichtsverfahren auf den Weg gebracht wurden. Unter anderem ging es um vorsätzliches Fahren ohne Fahrerlaubnis  (1998), Bedrohung (2001), fahrlässige unerlaubte Einfuhr von Schusswaffen (2001), Hausfriedensbruch (2002), Sachbeschädigung (2004), Diebstahl (2006), gewerbsmäßige Geldfälschung (2006). In einigen Verfahren sah das Gericht von der Verfolgung ab, in weiteren sprach es Geldstrafen aus oder erteilte Geldauflagen. 2006 wurde erstmals eine Freiheitsstrafe gegen Frank Deutschländer verhängt. Gegenwärtig wird davon ausgegangen, dass der Mann in Polen wohnt. In Rothenklempenow vermietet er Übernachtungsquartiere. In dem Ort heißt es, dass man mit Deutschländers Arbeit derzeit „sehr zufrieden ist...“