Polizist verursacht tödlichen Verkehrsunfall:

Ganz Plöwen ist tief betroffen

Bei einem schweren Verkehrsunfall ist am Mittwochabend auf der B 104/Abzweig Krugsdorf eine Frau getötet worden. Die 48-Jährige starb, drei weitere Personen wurden verletzt. Den Unfall verursachte ein 39-jähriger Polizist, der dienstlich nach Krugsdorf fahren wollte.

Das Ende einer Dienstfahrt: Kunststofffetzen, das VW-Emblem – am Morgen nach dem tödlichen Unfall sind noch immer die Spuren auf der B 104 am Abzweig Krugsdorf zu sehen.
Rainer Marten Das Ende einer Dienstfahrt: Kunststofffetzen, das VW-Emblem – am Morgen nach dem tödlichen Unfall sind noch immer die Spuren auf der B 104 am Abzweig Krugsdorf zu sehen.

Glassplitter, Kunststofffetzen, Fahrzeugteile und eine arg lädierte Pappel – am B 104-Abzweig in Richtung Krugsdorf sind auch Tage danach noch immer die Spuren des tragischen Unfalls vom Vorabend zu sehen. Gegen 17 Uhr hatte es an dieser Stelle mächtig gekracht.

Der Unfall erschüttert eine Familie – und die Polizei. Denn den Crash hat nach jetzigem Stand ein Polizist verursacht. Der 39-jährige Beamte befuhr, aus Richtung Pasewalk kommend, mit einer Kollegin die B 104 und wollte am Abzweig Krugsdorf nach links abbiegen. Dabei übersah er offenbar den entgegenkommenden VW Passat mit einem 25-jährigen Fahrer. Beide Fahrzeuge stießen zusammen. Der Polizei-Transporter kippte um und kam im Einmündungsbereich, halb auf der Straße, halb auf dem Seitenstreifen zum Liegen. Der aus Richtung Polzow kommende Passat kam dagegen nach links von der Straße ab und prallte gegen eine mächtige Pappel. „Die 48-jährige Beifahrerin im VW-Passat erlag, trotz sofortiger Reanimation durch den Notarzt, noch an der Unfallstelle ihren Verletzungen. Der Fahrer des Passats, der Polizist und seine 24-jährige Kollegin im VW-Bus T5 wurden leicht verletzt und mit dem Rettungswagen zur Behandlung in die Asklepios-Klinik Pasewalk gebracht“, informierte auf Nachfrage der Sprecher der Polizeiinspektion Anklam Axel Falkenberg. Die Ermittlungen, so sagte er, dauern an. Den Fall übernommen habe das Kriminalkommissariat Neubrandenburg. Es sei üblich, dass immer dann eine andere Dienststelle als die eigene übernimmt, wenn ein Polizist betroffen oder gar Beschuldigter ist, fügte er an. Den Unfallhergang hätten Zeugen gesehen, sie würden derzeit befragt. Die Bundesstraße wurde für drei Stunden voll gesperrt. Es entstand ein Gesamtsachschaden in Höhe von etwa 40 000 Euro. Auch ein Unfallsachverständiger der DEKRA ist bereits tätig geworden.

Polizisten waren zu einem Einsatz unterwegs

Der ganze Unfall ist tragisch: Nach Nordkurier-Informationen waren die beiden Polizisten mit dem Kleintransporter T5 dienstlich, aber ohne Sondersignal in Richtung Krugsdorf unterwegs. Aus Krugsdorf hatte ein Arzt einen Todesfall gemeldet und als nicht natürlich eingestuft. Derartige Fälle werden dann immer polizeilich untersucht. Die beiden Beamten waren zu diesem Einsatz unterwegs. Die beiden Passat-Insassen stammen aus Plöwen. Sie hatten eine Fahrgemeinschaft gebildet und waren offenbar zu ihrer Arbeit in einem Callcenter unterwegs.

Der Unfall löste sowohl unter den Beamten als auch im Heimatdorf der Getöteten in Plöwen Betroffenheit aus. „Ich habe am Morgen davon gehört, dass an der Einfahrt in Richtung Krugsdorf etwas passiert ist. Wenig später erfuhr ich dann, dass Einwohner unseres Dorfes beteiligt sind. Nicht nur ich, ganz Plöwen ist tief betroffen. Unser Mitgefühl gilt den Hinter-bliebenen“, sagte in einer ersten Reaktion Bürgermeister Jean Sy.

Die Betroffenheit sei auch deshalb besonders groß, weil in dem Haushalt der tödlich verunglückten Frau noch zwei Kinder leben und der Lebensgefährte, ein Bundespolizist der Dienststelle in Pasewalk, bereits einen schweren Schicksalsschlag hinter sich hat.

Weiterführende Links

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung