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Gefräßige Gäste machen den Seiden-Raupen Konkurrenz

Dieses Fest ist einmalig in Deutschland: Die Jatznicker feiern die Maulbeere. Die Ernte in diesem Jahr reichte für 150 Gläser Marmelade und 14 Bleche Maulbeerkuchen. Das Gebäck war innerhalb kürzester Zeit verputzt.

Tia Puck aus Pasewalk, Hanna Jarchow aus Sandförde und Vivien Schröder aus Jatznick haben keine Scheu und nehmen die 40 Tage alten Seidenspinner-Raupen sogar in die Hand.
Günter Schrom Tia Puck aus Pasewalk, Hanna Jarchow aus Sandförde und Vivien Schröder aus Jatznick haben keine Scheu und nehmen die 40 Tage alten Seidenspinner-Raupen sogar in die Hand.

JATZNICK. Im Schatten einer der ältesten Maulbeeralleen Deutschlands feierten rund 200 Jatznicker und ihre Gäste am Wochenende das zehnte Maulbeerfest. „Ich danke den alten, urigen Maulbeerbäumen, die uns Freude bereiten und uns in aller Welt bekannt machen“, sagte Bettina Reimann, die Vorsitzende des „Freundeskreises Maulbeerallee“. In diesem Jahr gab es eine reiche Ernte. „Daraus haben wir Maulbeerlikör, 14 Bleche Maulbeerkuchen, 150 Gläser Maulbeermarmelade und Sämlinge für die Vermehrung gewonnen“, zählte Bettina Reimann auf. Sie lobte Christiane Margelowski, die im Juni/Juli die Früchte eimerweise gesammelt hat.

Die Festbesucher ließen sich den selbstgebackenen Kuchen und den ein oder anderen Maulbeerlikör unter dem Blätterdach der alten Maulbeerbäume schmecken. „Unsere Gäste sind heute so gefräßig wie unsere Seidenraupen. Ein Zeichen, dass es ihnen schmeckt", stellte ein Mitglied des Freundeskreises fest. Bettina Reimann zeigte Produkte aus der Seide der Raupen und präsentierte ihre lebendige Seidenraupenzucht. Am Stand von Hilde Szameitat war eine umfassende Dokumentation über die „Morus alba“, die Maulbeere, einzusehen und eine Anleitung für die Anzucht von Maulbeerbäumen zu haben. Peggy Margelowski aus der Kita bastelte mit den Kindern Ketten aus den Kokons der Seidenraupen.

„Ich habe die Maulbeere vorher nicht gekannt. Aus der Zeitung erfuhr ich davon. Hier wird Kulturgeschichte vermittelt“, schwärmten zwei Urlauberinnen aus Müchen.