Fest in Rossow:

Gemütliche PS statt Blechkarawane

Ganz Rossow war auf den Beinen, um Sonnabend den großen Ernteumzug zu erleben. Die fünf Landwirtschaftsbetriebe des Dorfes und viele Helfer gestalteten das Fest. Für die Tagestouristen von und nach Polen bedeutete das Stau.

PS - echte Pferdestärken bestimmten das Landleben vor 100 Jahren auch in Rossow. Landwirt Karl-Heinz Blank züchtet Kaltblüter und spannte sie Sonnabend vor seine Leiterwagen.  
R. Marten PS - echte Pferdestärken bestimmten das Landleben vor 100 Jahren auch in Rossow. Landwirt Karl-Heinz Blank züchtet Kaltblüter und spannte sie Sonnabend vor seine Leiterwagen.  

Bürgermeister Edmund Gebner ließ keinen Zweifel daran: Mindestens einmal im Jahr gehört die Dorfstraße „uns Rossowern“. Den Kreis-Behörden zum Trotz hatte das Gemeindeoberhaupt eine Vollsperrung Sonnabend ab 9.30 Uhr beantragt – und zähneknirschend genehmigt bekommen. Am Ende zeigte sich, der Antrag wurde völlig zu Recht gestellt: Der Erntefestzug war rund 500 Meter lang. An den Sperrtermin musste die Polizei allerdings erinnert werden; sie traf rund 60 Minuten später ein... Als es dann wirklich losging, hieß es für die Reisenden von und nach Polen: Bitte warten!

Zum neunten Mal in Folge gestalteten die fünf Rossower Landwirtschaftsbetriebe in Verbund mit weiteren Unternehmen, den Bürgern und Vereinen den Umzug. Lisa Steinke (11) fuhr allen voran – mit einer stolzen Erntekrone. Es folgten Bürgermeister und  Stellvertreterin Gesine Keller, die Rossower Schalmeienkapelle, die Einwohner und schließlich die bunt geschmückte Technik der Landwirtschaftsbetriebe Keller, Görsdorf und Werth, der Rossower Grünland GmbH, des Betriebes Martin Kühl. Auch Landwirt Karl-Heinz Blank fehlte nicht. Er belud gleich mehrere Leiterwagen mit Heu und spannte paarweise Kaltblüter davor - ein imposantes Bild! Rechts und links der Dorfstraße entdeckte jeder schön geschmückte Häuser und bisweilen kleine Gesellschaften, die es sich gut gehen ließen. Vor dem Haus 40 hatten es sich beispielsweise die Familien Guderjahn, Gutsch, Jagow und Richter bequem gemacht und grüßten den Umzug.

Schwieriges Jahr für Landwirte

„Hinter uns liegt ein eher durchschnittliches Jahr. Gerade die Trockenperiode im Sommer hat uns auf den leichten Standorten zu schaffen gemacht. Das konnte jeder dem Mais am Rollberg vor Löcknitz angesehen“, blickte Landwirt Winfried Keller auf die Saison zurück. Und Oswald Holke, Geschäftsführer der Rossower Grünland GmbH, merkte an, dass erst jetzt der dritte Wiesenschnitt beginnt.

Das Erntefest verbanden die Rossower mit einem Trödelmarkt in Regie der Frauen des Sportvereines, einer Tombola, Kutschfahrten, Brot backen und einem Kuchenbasar. Ausgerichtet wurde ein Springwettbewerb der Reiter in den Klassen E bis L. Vor neun Jahren hatte der Landwirtschaftsbetrieb Keller die Initiative ergriffen, um die Tradition des Erntefestes wieder aufleben zu lassen. Dass das heute so gut angenommen wird, freut die Familie besonders. „Wirklich ereignisreich wird das kommende Jahr“, kündigte Gebner an: „Am 14. und 15. Juni 2014 feiern wir das nächste Rossower Musikfest. Am 1. August erinnern wir an die erste urkundliche Erwähnung des Dorfes vor dann 700 Jahren.“

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