150 000 Euro Sachschaden:

Großbrand macht Tausende Küken obdachlos

Im Penkuner Ortsteil Neuhof vernichtete am Sonntagvormittag ein Großfeuer das Stallgebäude einer Broilermastanlage.

Das Maststall ist komplett ausgebrannt. Die Feuerwehr löscht die letzten Glutnester.
Foto: Rainer Marten Das Maststall ist komplett ausgebrannt. Die Feuerwehr löscht die letzten Glutnester.

Landwirt Helmut Langhoff hatte alles gut vorbereitet: Er hatte wie immer die Stallungen gereinigt und desinfiziert und Einstreu ausgebreitet, denn gerade sollte wieder ein neuer Mastzyklus beginnen. Der Mann erwartete Tausende Mastküken, denn jeder der drei Ställe fast 27 000 Tiere. Als er am Sonntag gegen 10.15 Uhr noch einmal nach dem Rechten sehen und letzte Arbeiten in den außerhalb Neuhofs hinter einem Hügel liegenden Ställen erledigen wollte, stockte dem Landwirt der Atem: Rauch! Im letzten der drei Mastställe brannte es! Helmut Langhoff alarmierte die Feuerwehr und kurz darauf einen Elektriker. Denn auf den Stalldächern befindet sich eine Photovoltaikanlage. Bevor überhaupt auch nur ein Tropfen Löschwasser fließen darf, muss die Anlage vom Netz. Langhoff wusste das.

Technischer Effekt als mögliche Brandursache

Angesichts der Größe des Komplexes fiel bei der Feuerwehr wenig später die Entscheidung, nicht nur die Penkuner und Wollin/Friedefelder Wehr zum Einsatzort zu schicken, sondern auch die Wehren aus Storkow, Grünz/Radewitz, Löcknitz, Brüssow und Rothenklempenow, sagte Amtswehrführer Bernd Melech. Der Plöwener war mit zum Einsatzort ausgerückt. Als die Feuerwehren eintrafen, brannten weite Teile des Stalls lichterloh. „Die Photovoltaikanlage wurde wirklich schnell vom Netz genommen. Aber das war nicht das einzige Problem, das wir beachten mussten. Zwischen den Ställen stehen Gasbehälter. Kaum auszudenken, was passiert wäre, wenn das Feuer sie erreicht hätte“, sagte er.

Nach ersten Ermittlungen geht die Polizei von einem technischen Defekt als Brandursache aus. Da die Aufstallung am Montag bevorstand, wurde der Stall mit einer gasbetriebenen Heizung erwärmt, die offenbar einen Defekt hatte. Die Polizei schätzt den Sachschaden auf rund 150 000 Euro.

Weiterführende Links

EM-Kurier digital: 6 Wochen lang zum Sonderpreis lesen!