Wer kann spenden?:

Hospiz-Helfer wieder in Geldnöten

Dass es den Hospizdienst Uecker-Randow überhaupt noch gibt, ist unseren Lesern zu verdanken. Als der Verein im vergangenen Jahr vor dem Aus stand, haben ihre Spenden den Fortbestand ermöglicht. Doch nun sieht es schon wieder finster aus.

Die Hospizhelfer nehmen sich viel Zeit für Sterbenskranke und deren Angehörige. Das tun sie ehrenamtlich. Doch trotzdem ist es gerade das fehlende Geld, das die Vereinsarbeit belastet.
Sebastian Kahnert Die Hospizhelfer nehmen sich viel Zeit für Sterbenskranke und deren Angehörige. Das tun sie ehrenamtlich. Doch trotzdem ist es gerade das fehlende Geld, das die Vereinsarbeit belastet.

Alt-Schatzmeister Erich Diehl huscht ein Lächeln über das Gesicht, als er über die Finanzen des Hospizdienstes Uecker-Randow redet. Nachdem wir vor einem Jahr über die Geldnöte des Vereins berichtet hatten, setzte ein Spendenmarathon ein. Den Abschluss bildete ein Benefizkonzert. Rund 18670 Euro kamen insgesamt zusammen. Von Gerichten flossen außerdem 2400 Euro an Bußgeldern in die Vereinskasse. Geld erhält der Verein nur über die Krankenkassen, rund 26 800 Euro im Jahr. Zuschüsse vom Staat für den Verein, der schwerkranke und sterbende Menschen sowie ihre Familien auf ihrem letzten Weg psychisch betreut, gibt es nicht.

Auch wenn die genannten Summen auf den ersten Blick viel erscheinen mögen, die ehrenamtliche Arbeit kostet auch. Zwischen 45000 und 49000 Euro werden im Jahr gebraucht: Miete, Betriebs- und Personalkosten für das Büro, in dem alles koordiniert wird. Dort teilen sich derzeit zwei Koordinatorinnen stundenweise eine Stelle. Telefon, Versicherungen, öffentliche Veranstaltungen – da kommt einiges zusammen. Die Hospizhelfer müssen aus- und weitergebildet werden. Und sie fahren mit ihren Privatautos zu den von ihnen betreuten Menschen. Nicht immer rechnen die ehrenamtlichen Hospizhelfer Fahrkosten ab. Ihre Hilfe vor Ort ist kostenlos.

Angesichts des ständigen finanziellen Drucks überlegt der alte und gerade erneut gewählte Vorsitzende Torsten Ehlert manchmal schon, was wäre, wenn der Verein aufgeben müsste. Das wäre schade, gerade weil mit anderen Partnern in 15 Jahren ein breites Netz der Hilfe entstanden ist, sagt er.

Und was wäre mit den Menschen, die Hilfe brauchen? Im Vorjahr wurden 12 Menschen in ihrem Zuhause bis zum Tod begleitet, drei weitere im Krankenhaus. Die 15 Hospizhelfer waren insgesamt 148-mal bei den von ihnen Betreuten. Sie opferten rund 334 Stunden ihrer Freizeit.

Weil diese ehrenamtliche Hilfe so wichtig ist, hat sich der Verein entschlossen, weiterzumachen. Deshalb haben die Mitglieder auch einen neuen Vorstand gewählt. Er muss sich auf die Suche nach ständigen Partnern machen. Sonst könnte irgendwann doch das Licht ausgehen.

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