"Hundeflut" in der Stadt eindämmen:

Hundesteuer soll verdoppelt werden

Die Stadt dreht an der Steuerschraube: Geht es nach dem Willen der Verwaltung und des Finanzausschusses, dann müssen die Pasewalker ab dem nächsten Jahr die höchsten Hundesteuern weit und breit zahlen.

In Pasewalk wird an einer neuen Hundesteuersatzung gebastelt (Symbolbild).
Harry Melchert In Pasewalk wird an einer neuen Hundesteuersatzung gebastelt (Symbolbild).

Genau 713 Hunde sind in Pasewalk registriert - die Dunkelziffer ist weitaus größer. Nicht nur, um durch Kontrollen zu erreichen, dass für wirklich jeden Hund Steuern bezahlt werden, sondern auch, um den Haushalt zu konsolidieren, sollen ab dem nächsten Jahr Hundehalter mehr für ihre Vierbeiner zahlen.

Die neuen Hundesteuersätze

Danach soll die Steuer für den ersten Hund von 30 auf 60 Euro im Jahr erhöht werden. Wer ein zweites Tier halten möchte, muss anstatt bisher 50 Euro 100 zahlen. Für den dritten und jeden weiteren Hund erhöht sich dieser Betrag von 70 auf 150 Euro. Wer so genannte gefährliche Hunderassen hält, wird 400 Euro (bisher 200 Euro) berappen müssen. Letztmalig wurden die Hundesteuersätze vor 14 Jahren erhöht. 

Wie Bürgermeisterin Sandra Nachtweih sagte, orientiert sich die neue Satzung auch an dem, was in den umliegenden Kommunen üblich ist. In Torgelow beispielsweise muss man für den ersten Hund 45 Euro zahlen, in Anklam 48 Euro, in Strasburg 50 Euro.

Den Pasewalkern ist bewusst, dass sie dann ab dem nächsten Jahr am höchsten liegen. Aber sie wollen auch die "Hundeflut" in der Stadt eindämmen. Oft halten Einwohner gleich mehrere Hunde in ihrem Haushalt. Und das manchmal in kleinen Wohnungen.

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Kommentare (3)

Vorangestellt, ich bin kein Einwohner Pasewalks. Mit welcher moralischen Berechtigung beabsichtigen die Verwaltung und der Finanzausschuß, ausschließlich die Hundehalter für das von der Verwaltung selbst herbeigeführte Finanzdebakel "in Regreß" zu nehmen ? Es geht gar nicht um die Hunde und ihre Besteuerung, es geht drum, wie zugegeben worden ist, "den Haushalt zu konsolidieren". Warum besteuern die Verwaltungen nicht auch die Anzahl der in den Fensterbänken stehenden Blumenkästen ? Was können die Hundehalter für die Mißwirtschaft in Pasewalks Verwaltung ? Scheucht die Schreibtischhengste vom Sessel, jagt sie auf die Straße, kontrollieren Sie 4 Wochen lang täglich 10 Stunden jeden Menschen, der einen Hund an der Leine hält, ob für diesen Steuern bezahlt werden. Fordern Sie Nachzahlungen für Zeiträume ab 4. Lebensmonat bis heute, falls keine Steuern bezahlt worden sind. Mal zum Nachdenken: Wenn für Hunde Steuern bezahlt werden müssen, warum nicht für Katzen ? Wo bleibt der Gleichbehandlungsgrundsatz ?

Als Pasewalker, Tierfreund und selbst Katzenbesitzer, sehe ich hier einen gravierenden Fehler in dieser "Behandlung" der Tier- / Hundebesitzer. Ich selbst habe "nur" eine Katze. Mit der Erhöhung der Hundesteuer sehe ich, das wir bald viele ausgesetzte Tiere, bzw. Hunde, haben werden. Wenn ich für ein Hund fast soviel Steuern zahle, wie ich an ALG2 (Wir haben viele ALG2 / Hartz 4 Empfänger in unserer Region) im Monat herein bekomme, überlege ich mir schon, ob ich mir das Tier weiter als treuen Freund erlauben kann. Ich weiß nicht, ob ein ALG2 Empfänger, seitens des Jobcenters, Hilfen für die Bezahlung der Steuer bekommt. Falls ja, ist das evtl. erträglich. Falls nein, werden sich viele Entscheiden müssen, ob sie ihren Hund noch bei sich behalten können... Oder aber, die Hunde werden "schwarz" gehalten. Was ich aber ansprechen möchte ist, das viele ihre Hunde, wegen den hohen Steuern, entweder irgendwo aussetzen werden oder an Tierheime abgeben werden. Haben Sie, Frau Nahbein, diesen Punkt in Ihren Plänen beachtet? Mich jedenfalls würde es nicht wundern, wenn wir in kurzer, bzw. mittlerer, Zeit viele ausgesetzte Hunde sehen werden, oder aber auch - viele Tiere die getötet wurden, weil man sie - wegen den hohen Steuern - nicht mehr versorgen kann. Ist es das, was sie und unser Stadtrat erreichen will? BTW: Diese Stadt braucht keine unzähligen, bzw. erhöhten, Steuern. Diese Stadt braucht eine Perspektive. Damit wir, die wir hier leben eine echte Zukunft haben.. Wir sind derzeitig das fast ärmste Gebiet in Deutschland. Wir haben fast die geringste Kaufkraft, die fast höchste Arbeitslosigkeit und die fast meisten Menschen, die faktisch keine Zukunft haben. Wacht auf, Menschen in Pasewalk. Wacht auf!

Hier sieht man mal wieder, wie alles falsch gemacht wird. Pasewalk ist pleite und bekommt vom Land kein weiteres Geld. Die Erhöhungsmaßnahmen durch CDU und Bürgermeisterin sind nur ein Tropfen auf dem heißen Stein und lösen die finanziellen Probleme Pasewalks nicht im Ansatz. Für Sportstättennutzung soll Geld bezahlt werden, Garagengebühren werden erhöht usw.. Da fragt man sich warum soviel Geld für die Fremden da ist, aber nicht für die eigene Bevölkerung. Das ist Politik gegen das eigene Volk.