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Im Internet Geld verdienen: Geht das auch bei uns?

VonAngela StegemannWenig Leute, wenig Geld.Ist daher der Online-Handel für Unternehmen eine Möglichkeit, um ihre Produkte über die Region hinaus an den ...

Anne Niedergesäß hat ihren beruflichen Neustart als Online-Händlerin nicht bereut. [KT_CREDIT] FOTO: U. Bilaczewski

VonAngela Stegemann

Wenig Leute, wenig Geld.
Ist daher der Online-Handel für Unternehmen eine Möglichkeit, um ihre Produkte über die Region hinaus an den Kunden zu bringen?

Uecker-Randow.Anne Niedergesäß aus Ueckermünde kann von sich behaupten, in Uecker-Randow Neuland betreten zu haben. Die 31-Jährige lebt vom Online-Handel mit Dichtungsmaterial für industrielle Anlagen. Von Beruf ist sie eigentlich Diplomingenieurin für Agrarwirtschaft, wollte mit dem Online-Handel einst die Urlaubskasse aufbessern. Doch es lief so gut, dass aus der Nebentätigkeit ein richtiger Hauptberuf wurde. „Wir verkaufen sowohl die Produkte von einheimischen Unternehmen, aber auch von auswärtigen“, erzählt die junge Frau. Sie sieht den Verkauf über das Internet als eine gute Möglichkeit, um als Unternehmer im hiesigen Landstrich existieren zu können. Von den Kunden in Mecklenburg-Vorpommern allein könne man nicht leben. „Beim Online-Handel erreicht man große Mengen“, erzählt sie.
Ist Online-Handel ein völlig neues Betätigungsfeld für hiesige Unternehmen? Die Förder- und Entwicklungsgesellschaft Uecker-Region (FEG) jedenfalls sieht das so. Noch ist Anne Niedergesäß wirklich eine Ausnahme, bekräftigt FEG-Mitarbeiterin Heidrun Steffen. „Die meisten betreiben Online-Handel im Nebenerwerb“, meint sie. Um deutlich zu machen, welche Potenziale in diesem Geschäftsfeld stecken, lud die FEG in den Pasewalker Lokschuppen. Die Berliner Fachanwälte Johannes von Rüden und Nico Werdermann zeigten Grundlagen auf. Die Gesamtwirtschaft stagniert, aber der Online-Handel ist um 15 Prozent gestiegen, sagen die Männer. Auch wenn sich alles sehr trocken anhörte, aber damit wird sich wohl jeder beschäftigen müssen, der einen beruflichen Neuanfang wagen möchte.
Das bestätigen auch Harald Brenneiser und seine Frau Ilona. Sie betreiben seit 2004 in Ferdinandshof die Original Bauerngartenmanufaktur. Ihre leckeren hochwertigen Brotaufstriche und Chutneys werden mittlerweile in ganz Deutschland gegessen. „Uns war von Anfang an klar, dass wir online gehen müssen“, meint Harald Brenneiser. 2005 war es dann soweit. Und es läuft gut. Meist sind die Kunden Urlauber, die die Produkte auf Messen und Märkten kennenlernten. Nicht alle, die in den Lokschuppen kamen, konnten mit dem Thema etwas anfangen. Handwerker hätten ich gewünscht, etwas über die rechtlichen Grundlagen beim Gestalten von Internet-Seiten zu erfahren. Umsonst kamen auch Mitglieder des Bockwindmühlenvereines Penkun/Storkow. „Wir hätten uns gewünscht, dass mal alle an einen Tisch kommen, die die Region touristisch vermarkten wollen“, sagt Vereinsmitglied Helga Kelch. Aber das ist ein anderes Thema.