Preisrichter:

In ihren Händen liegt das Schicksal aller Kaninchen

Sie entscheiden über Punkte und Pokale. Aber auch über ein feines Kaninchenleben oder eine Landung in der Pfanne – die Preisrichter. Freitag walteten sie ihres Amtes und bewerteten die Jungtiere der Rassekaninchenschau in Strasburg.

Die Preisrichter Matthias Gößler und Heiko Winter (von links) bewerten ein Kaninchen der Rasse „Thüringer“, vermutlich ein 8/7-Tier. Besser geht nicht! Rechts Peter Möller, der die Bewerter unterstützt.
Rainer Marten Die Preisrichter Matthias Gößler und Heiko Winter (von links) bewerten ein Kaninchen der Rasse „Thüringer“, vermutlich ein 8/7-Tier. Besser geht nicht! Rechts Peter Möller, der die Bewerter unterstützt.

Matthias Gößler lässt seine Hand über den Rücken des Rammlers gleiten - von den Hinterläufen in Richtung Kopf. Die Haare des Deutschen Riesen, gegen den Strich „gekämmt“, fallen zurück; sie legen sich aber nicht hundertprozentig in die alte Lage. Das aber hatte Gößler erhofft. „Das Tier ist noch zu jung, das Fell zu weich“, sagt er. „Aber was ich gesehen habe, ist ok“, wertet er. Gößler wirft einen Blick in die tätowierten Ohren, schaut sich die Augen an und legt schließlich mit einem gekonnten Griff den Deutschen Riesen auf den Rücken. Der strampelt, gibt dann aber schnell auf. So ein Kaninchen in Rückenlage hat keine Chance. Nun werden die Läufe und Krallen bewertet und auch ein Blick in das Bauchfell geworfen. Schließlich muss der Preisrichter noch das Geschlecht feststellen. Auf 8/7 Punkte, das wäre ein „Sehr gut“ kommt er bei diesem Rammler aber nicht.

Die drei Preisrichter Matthias Gößler, Heiko Winter und Gerald Winter bewerten an diesem Vormittag 187 Kaninchen. Mit Akribie und Erfahrung gehen sie ans Werk. Um andere Zuchten bewerten zu können, muss ein Preisrichter schon eine Menge Erfahrung besitzen. „Man muss selbst mindestens fünf Jahre züchten und auf großen Schauen erfolgreich ausgestellt haben“, sagt Gößler. Dann folgt eine dreijährige Ausbildung in Theorie und Praxis. Das erste Jahr verbringt man als Preisrichteranwärter, das zweite als Hilfspreisrichter.

Wer schließlich Preisrichter ist, der ist dann auch eine gefragte Person. Matthias Gößler wird im Verlaufe eines Jahres rund 20 Mal zu Ausstellungen gerufen. Viel weniger ist es auch bei seinen Kollegen nicht. „Treffender für unsere Arbeit ist eigentlich der Begriff Zuchtrichter. So war es zu DDR-Zeiten üblich. Wir achten mit unseren Bewertungen, die am Ende Zuchtempfehlungen sind darauf, dass es zu keinen Überzüchtungen kommt“, begründet er seine Überlegung.

Geöffnet ist die Ausstellung im Gewerbegebiet der Stadt heute von 8 bis 17 Uhr und am Sonntag von 9 bis 13 Uhr. An der Strasburger Schau ist bemerkenswert, dass dort zahlreich sehr große Rassen ausgestellt werden.

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