Geldsorgen:

Ist der Pasewalker Lokschuppen noch zu retten?

Die Not ist groß: Der Pasewalker Lokschuppen muss weitere Ausstellungsstücke verkaufen. Soll Pasewalk Hilfestellung leisten und einen Eisenbahnwaggon kaufen? Darüber gibt es verschiedene Meinungen.

Schon jetzt ein erschreckendes Bild: Dort, wo am Pasewalker Lokschuppen einst Teile des DDR-Regierungszuges standen, ist alles leer. Könnte das einmal endgültig so aussehen?
Angela Stegemann Schon jetzt ein erschreckendes Bild: Dort, wo am Pasewalker Lokschuppen einst Teile des DDR-Regierungszuges standen, ist alles leer. Könnte das einmal endgültig so aussehen?

Ein bisschen ist das wie Sterben auf Raten. Um seine Liquidität zu sichern, verkauft der Pasewalker Lokschuppen ein Ausstellungsstück nach dem anderen. Die kleine Betriebslok der Getreidewirtschaft ist schon weg. Danach der Wagen aus dem DDR-Regierungszug, mit dem Erich Honecker reiste.

Wie kann man den Lokschuppen nur retten? Die Stadtväter hatten schon im Vorjahr eine Idee: Die Stadt kauft den Kinokonferenzwagen des Ministeriums für Nationale Verteidigung. 15 000 Euro sollten dafür in die klamme Kasse des Lokschuppens fließen. Der Wagen sollte aber nicht abtransportiert werden, sondern stehen bleiben. Die Summe wurde dafür bereits in den Haushalt 2012 eingestellt. Dabei blieb es aber. Nun soll der Hauptausschuss entscheiden, was wird. Denn immerhin geht ja schon das Jahr 2013 dem Ende entgegen. Den Kinokonferenzwagen wird die Stadt nun aber nicht mehr kaufen können. Denn dafür gibt es schon einen Interessenten, der bis zu 25 000 Euro hinblättern würde. Also könnte die Stadt jetzt einen Disko- oder einen Schlafwagen bekommen.

„Ich sehe nicht, dass dort etwas vorangeht“

Doch egal, welcher Waggon: Es zeigt sich, dass die Hauptausschussmitglieder von dem Ansinnen überhaupt nicht mehr begeistert sind – trotz ihres früheren Beschlusses. Der Bildungsausschuss lehnt den Waggonkauf ab, sagt dessen Chef Ralf Schwarz. Für den CDU-Mann sind die Folgekosten unklar. Die Stadt als Besitzer eines Eisenbahnwaggons? Auch Stadtpräsident Norbert Haack hat Bedenken. Für ihn ist es schwer, der Öffentlichkeit den Kauf eines Waggons schmackhaft zu machen, aber andererseits über eine mögliche Schließung des Kulturforums Historisches U oder des Lindenbades zu beraten. Nur WIP-Fraktionschefin Gerhild Teßmann ist dafür, dass die Stadt zu ihrem Wort steht. „Wir haben das beschlossen“, meint sie. Michael Ammon (SPD) und Rüdiger Behrendt (CDU) möchten hingegen erst Klarheit, bevor die 15 000 Euro den Besitzer wechseln. Die beiden Fraktionschefs wollen wissen, was mit dem Geld passiert, wie der Verein selbst spart. „Ich sehe nicht, dass dort etwas vorangeht“, meint Rüdiger Behrendt.

Der Fachausschuss will nun erneut beraten.

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