Ekelfund:

Ist diese Sauerei das Werk eines Jägers?

Der Wildschleifer-Skandal ist noch nicht zu den Akten gelegt, da gerät die Jägerschaft der Region erneut ins Gerede. Denn es gibt offenbar Jäger, die die jagdlichen Überreste nicht fachgerecht entsorgen. Zwischen Strasburg und Wismar haben Bürger einen Kadaverplatz entdeckt. Oder liegen dort Überreste einer Wilddieberei?

Alles noch ganz frisch: Irgend jemand hat bei Strasburg Rotwildläufe und Wildschweindecken entsorgt.
Rainer Marten Alles noch ganz frisch: Irgend jemand hat bei Strasburg Rotwildläufe und Wildschweindecken entsorgt.

Auf der Chaussee in Richtung Wismar hat eine Strasburgerin eine grässliche Entdeckung gemacht: Unweit des Gleisüberganges dort, wo die Reste eines Bahnwärterhäuschen liegen, hat jemand die Reste seiner Jagdausbeute abgelegt. Eine Wildschweindecke mit Kopf, die da lag, ist wohl wenige Wochen alt. Einige Meter weiter entdeckte die Spaziergängerin Rotwild-Läufe und weitere Felle. Sie wurden offenbar erst vor Tagen abgelegt.

Die Strasburgerin regt die Tatsache auf, dass ihr Hund in dem verrottenden Zeug herumstöbern konnte. Dürfen denn solche Überreste so ohne Weiteres in der freien Landschaft entsorgt werden?, fragt sie.

Der Fund bedeutet zahlreiche Verstöße

Angesichts der Fotos, die der Unteren Jagdbehörde des Landkreises zur Bewertung vorliegen, schüttelt Kreis-Sprecher Achim Froitzheim nur den Kopf. Seine erste Reaktion: „Da hat jemand seinem Stand wieder einmal einen echten Bärendienst erwiesen.“ Denn es geht nicht nur um einen kleinen jagdlichen Überrest. Normalerweise gilt: „Aufbrüche von erlegtem Wild, von Einzelstücken, bleiben naturgemäß im Revier. Sie sind zu vergraben. Sie sind besonders dann zu vergraben, wenn bleihaltige Munition verwendet wurde. Denn es ist nachgewiesen, dass zum Beispiel die Seeadlerpopulation Schaden nimmt, wenn die Tiere von Aufbrüchen fressen, die noch bleihaltig ist“, sagt Froitzheim.

Anders sieht er den Strasburger Fund: „Das hier verstößt gegen die Jagdethik, gegen die Tierseuchenhygiene, gegen jede gute jagdliche Praxis. Das bringt einen ganzen Stand in Verruf. So geht man mit einer solchen Menge nicht um“, so Froitzheim. Er verweist darauf, dass Abfälle von Gemeinschaftsjagden über die in MV tätige Tierkörperentsorgungsfirma Secanim mit einer Niederlassung in Malchin entsorgt werden können.

Der Kreis gehe der Sache jetzt von Amts wegen nach – unter anderem mit einer Befragung der zuständigen Jäger. Froitzheim schloss dabei nicht aus, dass der Fall noch eine Wendung nimmt: Vielleicht stammen die Reste auch aus einer Wilddieberei.

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Kommentare (2)

Ausser die Jagdpächter. Glaubt jemand das Märchen von Wilderern. Das sind doch Standardausreden. Diese Fälle gibt es bundesweit. Alles Wilderer? Dann haben wir ca. 360.000 Wilderer...... Als wenn die Jagdpächter etwas zugeben würden. Sowas wie Ehre, Ansatnd und Ehrlichkeit können ihnen bei so einem Hobby nur fremd sein.

kann mich dem vorschreiber nur anschließen. ich kenne das auch, einfach den rest ins gebüsch, da hat der fuchs auch was davon! wie greift hier das tierkörperbeseitigungsgesetz eigentlich????