Flüchtlinge in Vorpommern:

Enttäuschung: Kennenlern-Fest trifft kaum auf Interesse

Hand in Hand gegen Rassismus sollten Einheimische und Flüchtlinge am Sonnabend auf dem Pasewalker Markt gehen. Doch vorrangig kamen nur Flüchtlinge und die Organisatoren.

Viele bunte Bilder und sonst wenig los auf dem Pasewalker Markt.
Gabriele Heyden Viele bunte Bilder und sonst wenig los auf dem Pasewalker Markt.

Jasmin, fünf Jahre alt, ist mit ihrer Familie am Sonnabend zum Aktionstag Hand in Hand gegen Rassismus auf den Markt in Pasewalk gekommen. Ihre Familie, das sind der achtjährige Bruder Fädy, die zweijährige Schwester Miriam, Mama Amira und Papa Beshoy Mankarious. Aus Ägypten stammen sie, seit einem Jahr sind sie in Pasewalk, erzählt Fädy in perfektem Deutsch.

Papa und Mama können noch nicht mit seinen Sprachkenntnissen mithalten, gehen aber einmal in der Woche zum Deutschkurs. Der Vater berichtet stolz, dass er in einer Bäckerei in Prenzlau arbeitet und dass sein Sohn in Mathe eine Eins hat. Fädy geht in die 2. Klasse und ist ein guter Schüler. Mathe liegt ihm sehr, sagt er. Und in Deutsch bekommt er auch Zweien, manchmal auch eine Eins. Viele Freunde hat der aus Ägypten stammende Junge gefunden. Aber manchmal wird er auch geärgert, sagt er.

Organisator enttäuscht

Solche Geschichten zu erfahren, war der Sinn des Aktionstages, zu dem unter anderen Pro Asyl und Amnesty International am Sonnabend deutschlandweit aufgerufen hatten. Und sie kamen auch, Flüchtlinge, die in Rothenklempenow, Strasburg, Torgelow, Ueckermünde und Pasewalk zurzeit eine Heimat gefunden haben. Wer nicht oder kaum auf den Markt kam, waren die Deutschen – Pasewalker, Torgelower, Strasburger.

Eigentlich kenne er das schon, sagte Harald Rinkens, der sich seit 2013 um Asylbewerber in Torgelow kümmert. Dennoch sei er wieder einmal enttäuscht, dass so wenige Leute gekommen seien. Es sei aber wichtig, Flagge zu zeigen.

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Kommentare (4)

Es zeigt sich hier wieder, das der Einheimische andere Probleme als wichtiger erachtet, als sich mit den "Zugereisten" zu beschäftigen! Uns hilft auch keiner in dieser trögen Gegend.

Vielleicht hat Hr.Rinkens vergessen dass auch ein "Nichterscheinen" Flagge zeigen bedeutet. Vielleicht nicht unbedingt die Flagge die er gerne sehen möchte, aber in einer Demokratie ist dies nunmal legitim.

Was fehlt Ihnen denn in Ihrer „trögen Gegend“? Fließendes Wasser, das Sie zum Trinken und Waschen nutzen können? Leiden Sie und Ihre Kinder Hunger? Dürfen Ihre Kinder nicht in die Schule gehen? Haben Sie vielleicht im Winter keine funktionierende Heizung gehabt? Sind Ihre engsten Familienangehörigen irgendwo verschollen und haben Sie deshalb unsäglichen Kummer? Und außerdem haben Sie kein Fahrrad, um an die nächstgelegene Badestelle zu radeln und dort einen sonnigen Tag im Freien zu verbringen? Keiner hilft Ihnen Wasser, Nahrungsmittel und Heizmaterial heranzuschaffen, keiner kümmert sich um die Bildung Ihrer Kinder, keiner kümmert sich um Ihre vermissten Angehörigen, keiner zeigt Ihnen kostenlose Freizeitmöglichkeiten? Arme Torgelower!

Iregndwie fehlt ihnen der nötige Sachverstand, um das Problem zu erkennen. Deutschland ist doch in keiner Weise verpflichtet sich den sich in anderen Staaten deren Unzufriedenheitszuständen anzunehmen geschweige ganze Völkerscharen aufzunehmen. Ich habe genug eigene Probleme, die ich hier nicht aufzeige im Gegensatz zu anderen...Zuerst komme mal ich und dann ...... eventuell andere, aber nur eventuell, wenn mir diese Anderen angenehm sind und keine Terroristen.