Tierärztlicher Notdienst bereitet Probleme:

Kein Einzelfall - Cherris Tod bewegt Vorpommern

Der qualvolle Tod der Stute erinnert manchen Tierbesitzer an eigene Erlebnisse. „Cherri“ wurde die Gnade eines schmerzlosen Endes versagt, weil es viel Hin und Her mit der tierärztlichen Bereitschaft gab.

Gibt es in Vorpommern zu wenig Tierärzte, die Pferden schnell und richtig helfen können? Der Tod der Stute Cherri bewegt die Tierfreunde der Region.
Roland Weihrauch Gibt es in Vorpommern zu wenig Tierärzte, die Pferden schnell und richtig helfen können? Der Tod der Stute Cherri bewegt die Tierfreunde der Region.

Das traurige Ende der Stute „Cherri“ in Viereck ist offenbar kein Einzelfall. Als am Dienstag Julia Girke aus Schönburg die Nordkurier-Veröffentlichung las, erlebte sie ein zweites Mal, was sie erst kürzlich durchmachen musste – den Tod ihres Ponys. Vieles gleicht sich, sagt sie. „Weil sich unser Pony auf der Erde wälzte, gingen wir von einer Kolik aus. Als wir endlich einen Tierarzt telefonisch erreichten, hieß es, dass wir ihn abholen müssten. Natürlich holten wir ihn, denn es ging ja um unser Pony. Er verabreichte dann auch ein krampflösendes Mittel. Aber das Pony quälte sich weiter. Den Notdienst haben wir trotz vieler Versuche dann nicht erreicht. Nach zwei qualvollen Tagen ist das Pony verstorben – an einem Magenleiden. Das alles ist erst eineinhalb Wochen her“, berichtet die Schönburgerin.

Gibt es eine Pflicht zum tierärztlichen Notdienst?

In vielen Facebook-Kommentaren zum Beitrag über „Cherri“ setzt sich die Beobachtung fort, dass es oft schwierig ist, einen Tierarzt zu erreichen. Irina Hardorffs schreibt über eine Bekannte. Deren Katze wurde angefahren; es war ihr aber nicht möglich, einen Tierarzt zu finden, sie musste zur Tierklinik fahren. Und Thekla Werner bemerkt zu dem Vorfall in Viereck: Entweder geht der Bereitschaftsdienst nicht ans Telefon oder kommt erst nach Stunden. „Musste leider schon viele schlechte Erfahrungen machen.“ So ging es auch Ramona Wehlke: „Der Bereitschaftstierarzt sagte am Telefon, er kommt – darauf warten wir heute noch, und das ist zwei Jahre her.“

Andere Leser bewegt indes die Frage, ob es überhaupt eine Pflicht für eine tierärztliche Notfallbereitschaft gibt. Christina Schultz, Geschäftsführerin der Landestierärztekammer Mecklenburg-Vorpommern mit Sitz in Dummerstorf lässt daran keinen Zweifel: „Die Landesvorschrift zu den Heilberufen regelt ganz klar, dass jeder praktizierende Tierarzt und jede Praxis den Notfalldienst absichern muss.“

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