Oktoberfest in Penkun:

Keine Weißwurst, aber dafür gibt‘s Freibier!

Pommern grüßt Bayern: Die Penkuner können auch feiern! Das haben sie jedenfalls beim zweiten Oktoberfest bewiesen. Ein bunter Festumzug, flotte Musik von Schalmeienkapellen, Freibier und Brezeln – da bleibt die Frage: Ist das nicht das bessere Oktoberfest?

Das sieht nur wie eine Weißwurst aus, was Jürgen Schwarz vom Landgasthof Schönow da in der Zange hat. Es ist eine Bratwurst. Aber passend zum Oktoberfest gibt es Brezeln, die Ewelina Sominka verkauft.
Fred Lucius Das sieht nur wie eine Weißwurst aus, was Jürgen Schwarz vom Landgasthof Schönow da in der Zange hat. Es ist eine Bratwurst. Aber passend zum Oktoberfest gibt es Brezeln, die Ewelina Sominka verkauft.

Penkun. „Eine Weißwurst, bitte!“  Jürgen Schwarz muss lachen. „Nee, die gibt’s hier nicht. Die kennt ja keiner. Haben wir alles schon probiert. Eine Bratwurst können sie haben“, sagt der Mann vom Landgasthof Schönow. Ein klein wenig bayrisch geht es am Stand von Jürgen Schwarz auf dem Penkuner Schlosshof aber doch zu. Brezeln haben er und seine Mitarbeiterin Ewelina Sominka im Angebot. Aber immerhin das ist ja bayrisch, sagt René Flashar.

Der Dachdecker hat sich ebenso wie seine Frau Claudia und die Kinder Paul und Sarah passend zum Oktoberfest gekleidet – Lederhose, blau-weiß-kariertes Hemd, Wolljacke und Dirndl tragen die vier Penkuner. „Meine Schwester wohnt in München. Im vergangenen Jahr waren wir dort beim Oktoberfest. Da haben wir uns die Sachen gekauft“, erzählt Claudia Flashar. Und natürlich zieht man so etwas an, wenn in der Heimatstadt ebenfalls das Oktoberfest steigt.

„Pommern grüßt Bayern! Wir Penkuner können auch feiern!“

Eine Lederhose trägt Ulrich Flashar, der Onkel von René, nicht. Dafür hat er den am schönsten geschmückten Wagen im bunten Festumzug, der nach dem Erntedank-Gottesdienst durch die Stadt zum Schlosshof führt. Vorne auf dem Wagen von Ulrich Flashar haben vier Kinder Platz genommen, auf dem Schutzblech des Oldtimer-Traktors fährt Jagdterrier Jacky mit. „Zwei Tage habe ich für das Schmücken gebraucht“, sagt der Penkuner, der bei Erntefesten immer mit seinem Gefährt dabei ist. An diesem hat er diesmal einen Gruß Richtung Süddeutschland angebracht: „Pommern grüßt Bayern! Wir Penkuner können auch feiern!“, ist auf einem Schild zu lesen.

Ein Grund zum Feiern hat auch Landwirt Bernd Klänhammer. Die diesjährige Ernte sei hervorragend ausgefallen, Qualität und Menge sind bestens. Im Durchschnitt acht Tonnen Weizen, acht Tonnen Gerste und 4,3 Tonnen Raps pro Hektar konnte er vom Feld holen. „Die Penkuner Bauern brauchen sich in diesem Jahr nicht zu beschweren“, sagt Bernd Klänhammer.

Ein Fass Freibier – da lassen sich die Gäste nicht lange bitten

Sieben Schalmeienkapellen und Fanfarenzüge hat sich die Penkuner Schalmeienkapelle als Gastgeber des Festes eingeladen. Den weitesten Anfahrtsweg hatte dabei die Blaskapelle aus dem polnischen Tenczyn. Mit dabei waren außerdem die Schalmeienkapellen aus Petershagen,  Malchin, Altwarp und Teterow sowie die Fanfarenzüge aus Friedland und Neubrandenburg. Nach dem Festumzug spielen diese nacheinander im großen Festzelt auf. Den Startschuss für das musikalische Nonstop-Programm bis zum Abend haben zuvor Bürgermeister Bernd Netzel und Werner Hellwig, Leiter der Penkuner Schalmeienkapelle, gegeben. „O‘zapft is! ruft Bernd Netzel dann ins große Festzelt, als Marco Freihaut das Bierfass angestochen hat.

Ein Fass Freibier – da lassen sich die Gäste im Festzelt nicht lange bitten. „Ich bin immer gerne hier“, sagt Sigrid Herrmann, die an ihrem Stand am Schloss Käse aus dem österreichischen Vorarlberg verkauft. Auch zu den Penkuner Weihnachtsmärkten kommt die Frau aus Joachimsthal bei Berlin mit ihren Waren. „Mir gefällt die familiäre Atmosphäre. Hier hilft noch einer dem anderen“, meint die Geschäftsfrau und will noch ein großes Lob an die Organisatoren loswerden, die das hier alle ehrenamtlich auf die Beine gestellt haben.