Ekel-Fund:

Jagdpächter erstattet Anzeige wegen Wilderei

Der Fund von Wildresten an der Kreisstraße zwischen Strasburg und Wismar sorgt noch immer für Aufsehen. Der Jagdpächter des Gebietes hat den Fall angezeigt. Und die Untere Jagdbehörde will im Fundbereich die Grenzen der gemeinschaftlichen Jagdbezirke neu regeln.

Sie wurden beseitigt: Ekelreste von Wild am Wegesrand. Der Jagdpächter erstattete Anzeige wegen Wilderei.
Foto: Rainer Marten Sie wurden beseitigt: Ekelreste von Wild am Wegesrand. Der Jagdpächter erstattete Anzeige wegen Wilderei.

Niemand will es, aber einer muss es gewesen sein: Über die Wildschweinschwarte mit Kopf, die Rotwilddecken und Läufe, abgelegt in einem Gebüsch zwischen Strasburg und Wismar, diskutiert die Jägerschaft. Es gibt Beschuldigungen, Vermutungen und Zurückweisungen.

Der Jagdpächter des Gebietes hat, nachdem der Fund bekannt wurde, reagiert. Er erstattete Anzeige wegen des Verdachts auf Wilderei. Das bestätigte der Sprecher der Polizeiinspektion Anklam, Axel Falkenberg. In Absprache mit dem Veterinäramt der Kreisverwaltung hat der Jagdpächter ganz unbürokratisch auch die Entsorgung der Ekelreste übernommen.

Unterschiedliche Jagdgebiete

Eine auf den ersten Blick jagdrechtlich nicht klare Situation gibt es auch in dem Gebiet, in dem die Ekelreste gefunden wurden. Jäger in dem gemeinschaftlichen Jagdbezirk Klepelshagen fühlten sich zu Unrecht genannt. Denn der exakte Fundort, so ergab eine Nachprüfung des Landkreises, liegt nicht im gemeinschaftlichen Jagdbezirk Klepelshagen, sondern im gemeinschaftlichen Jagdbezirk Strasburg.

Im Strasburger Jagdgebiet wiederum darf laut Abschussplan kein Rotwild erlegt werden. Ein Teil der Reste stammen aber von Rotwild. „Als wir geprüft haben, wer für welches Gebiet verantwortlich ist, haben wir dort insgesamt eine komplizierte Grenzsituation festgestellt – einmal zwischen den gemeinschaftlichen Jagdbezirken, einem Bereich mit Jagdruhe und der Landesgrenze zu Brandenburg. Wir werden uns zeitnah mit den Verantwortlichen dort zusammensetzen und eine einheitliche Regelung treffen“, sagte Froitzheim. Möglich sei das unter anderem über einen gemeinsamen Antrag auf Gebietsabrundung zwischen den Jagdgenossenschaften.

Die Polizei geht jetzt der Anzeige des Jagdpächters nach und ermittelt auch unter dem Aspekt der Wilddieberei. Sollte jemand die Entsorgung der Wildreste beobachtet haben, bittet die Polizei um Hinweise unter Telefon 03973 2200.

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