Versuchter Übergriff:

Kinderfänger an Haltestelle gab es nur in der Fantasie

In gleich zwei Fällen berichteten Kinder in Vorpommern in dieser Woche, dass sie von Unbekannten angesprochen wurden und sogar nach ihnen gegriffen wurde. Ermittlungen laufen. Einen dritten Fall in der Nähe von Pasewalk konnte die Polizei nun schnell aufklären.

Gefahr an der Haltestelle? Mehrere Kinder in Vorpommern gaben in dieser Woche an, dort von Fremden angesprochen worden zu sein.
Sebastian Kahnert Gefahr an der Haltestelle? Mehrere Kinder in Vorpommern gaben in dieser Woche an, dort von Fremden angesprochen worden zu sein.

Der Fall hörte sich zunächst gruselig vertraut an, betroffen war ein Junge aus einem Dorf bei Pasewalk. Als er am Mittwochmorgen an der Bushaltestelle stand, hielt, so eine Schilderung, ein Auto mit vier Männern an. Einer der Männer habe ihm Süßigkeiten angeboten und ihn gebeten, näherzukommen. Als er sich weigerte, sei er von den vier Männern nacheinander angegriffen worden. So erzählte es der Achtjährige später der Polizei, und er sagte auch, wie er sich befreien konnte: Er habe allen Angreifern in die Hände gebissen. Die vier Angreifer seien schwarz gekleidet und maskiert gewesen. Die Ermittler hörten den Jungen im Beisein seiner Mutter an. „Aber auf Nachfrage gab er zu, sich alles ausgedacht zu haben“, sagt Polizeisprecher Axel Falkenberg. Böse sei man dem Jungen mit seiner tollen Fantasie nicht, er ist schließlich erst acht Jahre alt. 

Ruhe bewahren und mit den Kindern reden

Der Polizeisprecher betont, dass grundsätzlich jeder Anzeige nachgegangen wird. Er empfiehlt Eltern aber, Ruhe zu bewahren, mit den Kindern ausführlich über die Erlebnisse zu sprechen und einiges zu hinterfragen. Es gebe mitunter einfache Gründe, wieso Kinder sich derartige Geschichten ausdenken. Etwa, weil sie dadurch im Mittelpunkt stehen können oder einfach, um eine Ausrede für eine Verspätung zu haben. Falkenberg weist zudem darauf hin, dass sich Nachrichten über das Ansprechen von Kindern im Internet schnell verselbstständigen und ein falsches Gefahrenszenario heraufbeschwören. Nichtsdestotrotz: „Es gibt schwere Straftaten“, so der Polizeisprecher. Die Ermittlungen im Falle der in dieser Woche von Fremden angesprochenen Kinder in Dersewitz bei Anklam und Greifswald laufen noch.   

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