Zwei OPs retten ihn:

Klinik streicht Medikamente: Kollaps!

Der Löcknitzer Horst Heiser ist auf seine Krankenkasse überhaupt nicht gut zu sprechen. Sie prüft aus seiner Sicht nicht intensiv genug, was da bei seiner Behandlung in einer Reha-Klinik schief ging.

Ist schwer enttäuscht von seiner Krankenkasse: der Löcknitzer Horst Heiser.
R. Marten Ist schwer enttäuscht von seiner Krankenkasse: der Löcknitzer Horst Heiser.

2014 war für Horst Heiser ein düsteres Jahr. Der 75-jährige, eigentlich immer fit, musste sich zur Behandlung in die Fachklinik Karlsburg begeben. Ein umfassender Gesundheitscheck erfolgte, er wurde medikamentös neu eingestellt. Am 20. August 2014 wurde er entlassen. Der Aufenthalt in einer Reha-Klinik sollte folgen. Eine Woche später reiste Horst Heiser dort an. Die erste Amtshandlung dort verwunderte ihn dann schon: Ein in der Fachklinik Karlsburg verordnetes Medikament wurde drastisch reduziert. „Für mich war das unverständlich, zumal ich ja erst in einer Fachklinik eingestellt worden bin“, so Heiser. Kurze Zeit später  sammelte sich Wasser in der Lunge, der Löcknitzer litt unter immer größeren Atembeschwerden. Erneut wurde er nach Karlsburg überwiesen, wo jetzt am 24. und am 25. September zwei Operationen erforderlich wurden, die vermutlich sein Leben retteten.

„Aus meiner Sicht wurde in der Reha-Klinik oberflächlich gearbeitet, mit mir nichtssagende Patientengespräche geführt und auch in den Unterlagen nicht die Medikamentenreduzierung vermerkt.“ Horst Heisers Beschwerde, verfasst Ende September 2014, wurde von der Reha-Klinik abschlägig beantwortet: Alle Entscheidungen seien richtig verlaufen, so eine Mitteilung aus dem Haus. „Ich habe mich daraufhin an meine Krankenkasse gewandt, den Sachverhalt unter dem Aspekt eines vermuteten Behandlungsfehlers zu überprüfen.“

Am Ende bleibt wohl nur eine Klage

Bis Mitte Mai tat sich nichts. Eine Nachfrage  des Nordkurier zu Fristen der Beschwerbebearbeitung wurde mit dem Verweis beantwortet, erst alle Patientendaten einzureichen – von der Krankenkassennummer über den Namen, das Geburtsdatum bis hin zu einer erneuten Schweigepflichts-Entbindungserklärung... Fristen wurden nicht genannt, das sei nur möglich, wenn der genaue Fall benannt wird.
Seit Mittwoch nun liegt Horst Heiser ein rund zehnseitiges Gutachten vor. Der Mann ist schwer enttäuscht. „Für so ein Schreiben hätte man nicht Monate gebraucht“, fasste Horst Heiser das alles zusammen.  „Es handelt sich nicht um ein Gutachten, sondern lediglich um eine chronologische Schilderung der Krankenhausaufenthalte einschließlich einiger nicht korrekter Aufführungen“, sagt er. „In einer halbjährigen Bearbeitungszeit hätte ich eine fach- und sachbezogene Bearbeitung des Vorganges erwarten können.“

Für ihn ist die Sache deshalb noch nicht zu Ende. Es gibt weitere Möglichkeiten, deutet er an: Ärztekammer des Landes, Schlichtungsstelle der Arzthaftung, Patientenbeschwerdestelle. Schließlich die Klage. Und er hegt eine Hoffnung: Dass er zu seinem Recht kommt, bevor er wirklich tot ist.

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