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Können Penkuns Seen mit Chemie gerettet werden?

Die Angler in Penkun haben dies längere Zeit zu verhindern versucht: Das Ausbringen einer Chemikalie in den Seen. Nun hat die Phosphat-Fällung mithilfe von Booten begonnen.Die Arbeiten sind Teil der umfangreichen Gesamtsanierung der Penkuner Seen.

Von den am Ufer abgestellten Behältern wird das Fällmittel in die Tanks auf den beiden Schiffen gepumpt. Fotos: Fred Lucius
Von den am Ufer abgestellten Behältern wird das Fällmittel in die Tanks auf den beiden Schiffen gepumpt. Fotos: Fred Lucius

Ein eisiger Wind pfeift über den Penkuner Schlosssee. Die Männer von der Firma Polycon GmbH aus Bremen haben sich dick eingepackt. Von den Ein-Kubikmeter-Behältern an Land pumpen sie Polyaluminiumchlorid (PAC) in die Behälter auf zwei Booten. Sind die Tanks gefüllt, geht es hinaus auf den Schlosssee. Von morgens bis in die Dunkelheit sind die Männer unterwegs. „Wir achten darauf, dass alles gleichmäßig auf dem Wasserkörper verteilt wird und sich die Chemikalie gut vermischt. Die Boote fahren nicht raus und kippen den Inhalt der Tanks einfach aus“, erläutert Thomas Belling von der Firma Polycon.

Während in einem Boot, das aussieht wie ein Katamaran, die Chemikalie in die Tragrümpfe gepumpt wird, kommt es in dem anderen in einen Behälter, wie sie an Land stehen. „Das Fällmittel wird noch im Verhältnis 1:20 mit Seewasser vermischt und dann über den zehn Meter langen Sprühbalken ausgebracht – außer im Uferbereich“, erklärt Thomas Belling. Bei PAC handelt es sich  um ein Nährstoff-Fällmittel, mit dem Phosphat gebunden und reduziert wird. PAC wird weltweit seit Jahrzehnten in der Gewässersanierung eingesetzt, kommt auch bei der Aufbereitung von Wasser und Abwasser zum Einsatz. Langfristig wird mit dem Eintrag der Chemikalie das Wasser der Seen klarer und die Wasserqualität verbessert. Die Arbeiten auf den Penkuner Seen sollen Mitte Dezember abgeschlossen werden.