Flüchtlinge:

Kommen Notunterkünfte auch in Vorpommern?

Trotz aller Schwierigkeiten haben Landkreis und Gemeinden die Zuweisungen an Flüchtlingen bisher meistern können. Doch wenn der Zulauf weiter anhält, dann werden auch in Vorpommern-Greifswald bald die ersten Notunterkünfte aufgebaut.

So wie hier auf dem Messegelände in Mühlengeez bei Güstrow könnten auch bald im Landkreis Vorpommern-Greifswald Bundeswehrsoldaten Notunterkünfte für Flüchtlinge herrichten.
Jens Büttner So wie hier auf dem Messegelände in Mühlengeez bei Güstrow könnten auch bald im Landkreis Vorpommern-Greifswald Bundeswehrsoldaten Notunterkünfte für Flüchtlinge herrichten.

Der Landkreis Vorpommern-Greifswald prüft gegenwärtig eine Errichtung von Notunterkünften im Landkreis. Dies gab der Sozialdezernent des Kreises, Dirk Scheer, am Mittwoch auf einer Pressekonferenz bekannt. Bis jetzt sei man ohne Notunterkünfte ausgekommen. Doch bei einer Zuweisungsrate von derzeit 200 Flüchtlingen pro Woche müsse es einen Plan B geben, so Scheer. Dieser sehe die Prüfung von Gebäuden wie Mehrzweckhallen oder Turnhallen im Landkreis in Kooperation mit Bundeswehr und Katastrophenschutz vor.

Trotz der angespannten Lage lobt Landrätin Barbara Syrbe (Linke) die "Welle der Hilfsbereitschaft" aus der Bevölkerung. "Selbst Menschen, die erst skeptisch waren, gehen mit großer Offenheit auf Flüchtlinge zu und helfen, wo sie nur können", sagte Syrbe. Auf diese Hilfsbereitschaft sei der Landkreis angewiesen. "Gegenwärtig bekommen wir keinen Vorlauf und haben keine Planungssicherheit. Oft erfahren wir erst am Abend, wer am nächsten Morgen kommt", so die Landrätin.

Um die derzeitige Situation zu meistern, sei dringend zusätzliches Personal nötig. Am Mittwoch soll der Personalrat der Einstellung von elf weiteren Landkreis-Mitarbeitern zustimmen, die vor allem in der Wohnraum-Akquise, in der Ausländerbehörde und beim Ordnungsamt eingesetzt würden. Dies sei nur möglich, so Syrbe, weil das Innenministerium den Einstellungsstopp für den Landkreis aufgehoben habe.