Marktcenter in Strasburg:

Mach’s gut, altes Haus!

Einst war es das erste Haus am Platz in Strasburg. Seit langem fristet es aber ein trauriges Dasein, denn seit Mitte 2009 steht das frühere Marktcenter leer. Dabei war das Haus zur Übergabe im Jahr 1959 der Stolz der ganzen Region. Heute kommt das alte Strasburger Kaufhaus unter den Hammer.

Daniela Hömke (links) und Annett Malchow haben einst im Markcenter Strasburg (im Hintergrund) gearbeitet. Inzwischen sind sie bei Conny Hauswaren schräg gegenüber beschäftigt. Das Marktcenter wird heute versteigert.
Fred Lucius Daniela Hömke (links) und Annett Malchow haben einst im Markcenter Strasburg (im Hintergrund) gearbeitet. Inzwischen sind sie bei Conny Hauswaren schräg gegenüber beschäftigt. Das Marktcenter wird heute versteigert.

Annerose Wittmann kann sich noch gut erinnern. „So ein großes Kaufhaus für diese kleine Stadt - darauf waren damals alle stolz“, sagt die 72-Jährige. Lediglich in Anklam und in Löcknitz gab es im einstigen Bezirk Neubrandenburg noch vergleichbare Geschäftshäuser der Konsumgenossenschaft.

Als „Haus des Bauern“ wurde das Strasburger Kaufhaus Ende September 1959 eröffnet. „Wie der Name sagt, es sollte es vor allem der Versorgung der Landbevölkerung dienen“, erzählt Annerose Wittmann, die die gesamte Bauphase miterlebte und nach ihrer Lehre im neuen Kaufhaus als Abteilungsleiterin unter Kaufhaus-Chef Hans Benz anfing.

In das neue Geschäftshaus am Markt zogen die Industriewaren-Verkaufsstelle in der Baustraße, der Textilwaren-Laden vom Markt und eine Schuhverkaufsstelle. „Wir hatten alles, was zu Industriewaren zählte – Schuhe, Haushalts-, Drogerie- und Eisenwaren, Kunstgewerbe, Uhren und Schreibwaren, Schmuck, Rundfunk- und Fernsehgeräte. Selbst Mopeds und Motorräder gab es.

Einiges wurde aber auf Zuteilung verkauft. „Und Möbel gab es hier nicht, die kamen in eine Baracke an der Reuterkoppel“, erinnert sich Annerose Wittmann. Auch ihr Mann Ingo und später Tochter Heike arbeiteten hier.

Bewegte Geschichte

Gut 30 Beschäftigte zählte das Kaufhaus damals. Mit dem Konkurs der Konsumgenossenschaft Neubrandenburg im Jahr 1991 musste auch für das Strasburger Kaufhaus ein neuer Besitzer gefunden werden. Die Kette Jola übernahm das Geschäftshaus und betrieb es bis Ende 1999. Anschließend stand es zwei Jahre leer.

Heinrich Jordan, Inhaber des Geschäftshauses Connys Container in Strasburg, erwarb schließlich das Gebäude, sanierte und eröffnete es Ende November 2001 als Marktcenter Strasburg. Aus gesundheitlichen, vor allem aber auch aus wirtschaftlichen Gründen musste Heinrich Jordan im Juni 2009 das Geschäfts- und Wohnhaus aufgeben. Seitdem steht es leer.

Besitzer ist Heinrich Jordan weiterhin. „Es gab für das Erdgeschoss Interessenten. Das Problem ist das Zwischengeschoss. Dafür fallen auch Betriebskosten an. Und wenn man das nicht bewirtschaftet, wird es teuer“, meint Torsten Maske vom Immobilienbüro IFL Concept Pasewalk, der seit längerem einen Käufer für das Objekt sucht.

Womöglich findet sich der ja heute. Am Pasewalker Amtsgericht soll das Kaufhaus mit den Wohnungen im Dachgeschoss versteigert werden. Als Verkehrswert sind 436 000 Euro veranschlagt.

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