Mitten in der Stadt:

Mann lagert Munition und Sprengstoff im Keller

Unfassbar, was da ein 76-jähriger Pasewalker in seinem Keller und seiner Garage hortete: Kistenweise rostige Munition aus dem Zweiten Weltkrieg. Die Sache flog nur zufällig auf – obwohl vor zwei Jahren schon einmal gegen den Mann ermittelt wurde.

In einem Haus wie diesem in Pasewalk waren die explosiven Güter gelagert. Das Ganze flog nur durch Zufall auf.
Angela Stegemann In einem Haus wie diesem in Pasewalk waren die explosiven Güter gelagert. Das Ganze flog nur durch Zufall auf.

Eine ruhige Wohngegend mitten in Pasewalks Innenstadt - und doch saßen die Anwohner dort offenbar seit Jahren auf einem Pulverfass. Was hätte alles passieren können!

Die ganze Sache flog auf, als Monteure einer Ueckermünder Firma bei der Erneuerung von Trinkwasserleitungen in einem Wohnhaus auf die explosive Sammlung stießen. „Normalerweise gucken wir nicht, was die Leute alles so in ihren Kellern haben“, erzählt ein Monteur. Doch als sein Kollege Behälter, die wie Waffenkisten aussahen, entdeckte, wurde er stutzig. Zumal der Mieter die Monteure zunächst nicht in seinen Keller lassen wollte.

Doch als die Bauleute sich vergewissert hatten, dass sich in den Kisten wirklich Munition befand, hörten sie mit der Arbeit auf und verständigten den Vermieter. „Wir haben dann gleich die Polizei gerufen“, sagt Uta Kage vom Vorstand der Wohnungsbaugenossenschaft.

Mehr als 1000 Stück Munition gehortet

Als die in der Kleinen Kirchenstraße anrückte, stellte sich schnell heraus, dass es sich beim Mieter des Kellers um keinen Unbekannten handelt. Gegen den heute 76-Jährigen ermittelte die Polizei bereits vor zwei Jahren, weil in seiner Wohnung diverse Waffen an den Wänden hingen. Doch das Landeskriminalamt stellte fest, dass es sich dabei größtenteils um Deko-Waffen handelte und stellte die Untersuchungen ein.

Was der Munitionsbergungsdienst dann aus dem Keller in der Kleinen Kirchenstraße abtransportierte, war alles andere als Dekoration, sagt Polizeisprecher Axel Falkenberg: Wie sich zeigte, hortete der Mann die Munition nicht nur in seinem Keller, sondern auch in seiner nagelegenen Garage.

Zutage kamen insgesamt 1000 Stück klein- und großkalibrige Munition aus dem Zweiten Weltkrieg, teilweise auch mit Leuchtspur. Sie lagerten in einer Tasche und in drei Holz- und Blechkisten. In der Garage fand die Polizei außerdem in zwei Behältern rund 300 Gramm Pikrin-Sprengstoff. Gegen den Mann wird nun wegen Verdachts auf Verstoß gegen das Waffengesetz und gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz ermittelt.

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