Seniorin in Not?:

Mysteriöser Polizeieinsatz in der Oststadt

In der Pasewalker Oststadt hat es einen mysteriösen Polizeieinsatz gegeben - mit der angeblichen Verhaftung eines blutenden Mannes. In der Stadt schaukeln sich die Gerüchte hoch. Von einem Drogeneinsatz ist die Rede. Eine Nachfrage des Nordkurier bringt Licht in den Fall.

Die Polizei hat das Türschloss nach dem Wohnungsaufbruch ausgewechselt und eine Nachricht hinterlassen. Noch ist die Seniorin nicht aus ihrem Urlaub zurückgekehrt.
Rainer Marten Die Polizei hat das Türschloss nach dem Wohnungsaufbruch ausgewechselt und eine Nachricht hinterlassen. Noch ist die Seniorin nicht aus ihrem Urlaub zurückgekehrt.

Pasewalk, Oststadt. Um 10.30 Uhr dröhnt aus einem offenen Fenster der Lessingstraße Musik. "Das ist hier immer so", sagt eine ältere Frau, die ihre Einkaufstasche vom REWE-Markt heimwärts trägt. Ob sie etwas von dem Großeinsatz der Polizei gehört habe? "In der Lessingstraße?" fragt sie zurück. Nein, sie wisse nichts. Aber die Polizei sei öfter hier, fügt sie an. Weil es Ärger mit dem Lärm gebe.

Auch der junge Mann, der in der Lessingstraße Nummer 17 wohnt, in jenem Aufgang, in dem sich alles abgespielt haben soll, ist überfragt. "Keine Ahnung. Ich war ein paar Tage nicht hier..." Seine Frau allerdings weiß mehr. Betroffen sei eine Wohnung unter dem Dach.

Zunächst keine Kenntnis von einem Großeinsatz

Eine Seniorin wohne da, sie sei derzeit allerdings in Österreich und mache Urlaub. Ob das mit dem Urlaub stimme, wisse sie natürlich nicht. Die Wohnung sei aber von der Polizei aufgebrochen worden. Aber eine Festnahme wegen Drogen? Man bekommt hier wenig mit, weil jeder hinter sich die Tür zumacht, deutet sie an.

Den Sprecher der Polizeiinspektion Anklam, Axel Falkenberg, verwundert die Nachfrage. Er versendet die pressereleventen Meldungen und habe keine Kenntnis von einen Großeinsatz seiner Kollegen in der Pasewalker Lessingstraße. Und von einer Festnehme wegen Drogen schon gar nicht.

Auch für den blutenden Mann gibt es eine Erklärung

Im Polizeicomputer findet er dann allerdings die Einsatzmeldung: Am 15. August gegen 22.40 Uhr wurden Beamte in den Block gerufen, weil es dort angeblich einen Notfall gibt. "Der Enkel vermisste seine Großmutter und behauptete überzeugend, dass sie sich in der Wohnung in einer Notsituation befindet." Er selbst habe versucht, die Wohnung zu öffnen. Dabei muss er sich verletzt haben, denn der Mann blutete.

"Die Polizei hat die Wohnung dann aufgebrochen", sagte Falkenberg. Aufgefunden wurde aber niemand. Im Verlauf der Ermittlungen habe sich herausgestellt, dass die Seniorin verreist ist. Verhaftungen, Drogen - alles Gerüchte. "Es war ein Einsatz, wie er für uns schon alltäglich ist", so Falkenberg. Auch die anschließende Wohnungssicherung gehört dazu.