Brutaler Streit in Schmagerow:

Nachbar muss zwei Jahre in den Knast

Bernd N. wurde in dem winzigen Dorf Schmagerow bei Löcknitz vor gut eineinhalb Jahren lebensgefährlich verletzt. Es sagt: von Helge B., seinem Nachbarn. Anders als das Amtsgericht Pasewalk glaubte ihm die Strafkammer beim Landgericht Neubrandenburg und befand Helge B. für schuldig.

Das Berufungsgericht hat den Freispruch des Pasewalker Amtsgerichts im Schmagerow-Prozess aufgehoben und den Angeklagten Helge B. schuldig gesprochen.
S. Weirauch Das Berufungsgericht hat den Freispruch des Pasewalker Amtsgerichts im Schmagerow-Prozess aufgehoben und den Angeklagten Helge B. schuldig gesprochen.

Es ist das erste Mal nach fünf Verhandlungstagen vor dem Landgericht Neubrandenburg, dass der Schmagerower Helge B. eine Regung zeigt: Ungläubig schüttelt er den Kopf, als der Vorsitzende Richter begründet, warum ihn die Kammer beim Berufungsgericht für schuldig hält.

Er soll mit einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und vier Monaten bestraft werden. Noch im Oktober 2015 wurde er vor dem Pasewalker Amtsgericht wegen berechtigter Zweifel freigesprochen.

Nachbarn lebensgefährlich verletzt

Das Gericht in Neubrandenburg habe allerdings alle Aussagen in diesem Prozess sehr gründlich abgewogen und sei überzeugt, dass es keine vernünftigen Zweifel daran gibt, dass Helge B. die Tat begangen habe. Er habe im August 2014 seinen Nachbarn Bernd N. ohne konkreten Anlass zusammengeschlagen und ihn lebensgefährlich verletzt. Das Gesetz sieht für so eine Tat eine Strafe zwischen sechs Monaten und zehn Jahren vor.

Dass das Opfer Bernd N. sich die Geschichte mit dem Überfall nur ausgedacht hat oder dass Helge B. irrtümlich beschuldigt wird, hält das Gericht für ausgeschlossen. Der verurteilte Helge B. und sein Anwalt haben eine Woche Zeit, um Revision zu beantragen. Dann würde der Strafsenat in Rostock dieses Urteil prüfen.

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