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Neonazis attackieren Polizisten mit Steinen und Flaschen

Die Polizei verhinderte eine rechtsextremistisches Konzert in Gehege bei Pasewalk. Erschreckend die Gewaltbreitschaft: Die Neonazis warfen mit Steinen und Flaschen auf die Polizei.

Rechtsextremistische Kräfte nutzen diesen ausgebauten Schweinestall als Domizil.              
Angela Stegemann Rechtsextremistische Kräfte nutzen diesen ausgebauten Schweinestall als Domizil.  

Einen Tag danach sieht es aus, als sei nie etwas gewesen. Das Gelände ist aufgeräumt. Nur ein stark ausgefahrener Weg und ein vergessener Plastebecher im Gras bleiben übrig. Noch Stunden vorher gab es hier eine Auseinandersetzung zwischen Neo-Nazis und der Polizei. Die Beamten erfuhren davon, dass in Gehege bei Pasewalk ein rechtsextremistisches Konzert stattfinden soll. Rund 120 Polizeibeamte rücken an. Sie verweisen rund 40 Leute vom Platz, stellen die Personalien fest. Doch dann geschieht vor dem ausgebauten Schweinestall etwas, das neu ist: Die Polizisten sehen sich rund 100 Konzertbesuchern gegenüber. Sie werfen Steine und Flaschen auf die Beamten, wollen durch die Polizeikette. Doch das misslingt. Auch wenn das Konzert vereitelt wurde: vier Polizisten sind leicht verletzt. Dass mehr passierte, verhinderte glücklicherweise gute Schutzkleidung.

Die Adresse Gehege 3, ein Ortsteil von Pasewalk, wurde bundesweit bekannt, als dort im Vorjahr das Pressefest der "Deutschen Stimme" stattfand. Damals gründete sich die Initiative "Vorpommern: weltoffen, demokratisch, bunt!" Mit einem bunten Volksfest zeigte sie, dass Neo-Nazis in der hiesigen Region in der Minderheit sind. Seitdem gibt es vielfältige Aktionen, an diesem Wochenende in Peenemünde.