Weihnachtsbesuch:

Nicht jeder darf zur Familie

Wenn Flüchtlinge Verwandte in Deutschland besuchen wollen, müssen sie einen Antrag stellen. Dass sich die Anfragen während der Weihnachtszeit häufen, ist nachvollziehbar. Doch nicht jeder darf auch wirklich verreisen.

Ein 24-jähriger Ukrainer, der derzeit in der Plöwener Flüchtlingsunterkunft lebt, darf während der Feiertage seine Mutter im Hamburger Umland besuchen.
Archiv Ein 24-jähriger Ukrainer, der derzeit in der Plöwener Flüchtlingsunterkunft lebt, darf während der Feiertage seine Mutter im Hamburger Umland besuchen.

Zu Weihnachten im Kreis seiner Lieben zu sein, das wünschen sich sicher die meisten Menschen. Asylbewerber hingegen müssen dafür erst um Erlaubnis fragen. Genauer gesagt: Sie müssen eine Verlassenserlaubnis bei der Ausländerbehörde beantragen, um Verwandte außerhalb des Landkreises besuchen zu können, wie das Sozialamt Vorpommern-Greifswald mitteilt.

Anke Radlof von der Pressestelle des Landkreises sagte dem Nordkurier auf Nachfrage, dass mehrere der im Ferienlager in Plöwen untergebrachten Flüchtlinge einen solchen Antrag gestellt haben. Sie müssen persönlich bei der Behörde in Anklam erscheinen und dort den Antrag abgeben.

Für einige hat sich der Weg gelohnt. "Mehrere Anträge sind positiv beschieden worden", sagte Anke Radlof. So genehmigte die Ausländerbehörde etwa einem 24-jährigen Ukrainer, der eine spastische Lähmung hat, seine Mutter im Hamburger Umland zu besuchen. Ein Mitarbeiter in der Plöwener Asylbewerberunterkunft erzählte, der Junge habe Tränen in den Augen gehabt, als er die frohe Nachricht bekam, und alle Freunde, die um ihn herum saßen hätten sich für ihn gefreut.

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