Schlechte Wasserqualität:

Nitrat-Alarm in vielen Privat-Brunnen

Vernichtendes Urteil über die Wasserqualität von privaten Brunnen in unserer Region. Nach zwei Monaten Analyse kamen jetzt die Ergebnisse.

Harald Gülzow, Mitarbeiter im Gewässerschutzverein, analysierte im Labormobil die Proben der privaten Brunnen. Oft sind die Nitratgehalte zu hoch.
Verein VSR Gewässerschutz Harald Gülzow, Mitarbeiter im Gewässerschutzverein, analysierte im Labormobil die Proben der privaten Brunnen. Oft sind die Nitratgehalte zu hoch.

160 Milligramm Nitrat pro Liter fanden die Mitglieder vom VSR-Gewässerschutz bei ihren Messungen Ende Juli in einem privat genutzten Brunnen in Bergholz. Weitere übermäßig mit Nitraten belastete Brunnen stellten die Gewässerschützer in Pasewalk mit 131 Milligramm pro Liter (mg/l), in Rollwitz mit 148 mg/l und in Trebenow mit 112 mg/l fest. Nicht nur, dass das Wasser bei so starker Belastung nicht mehr zum Trinken geeignet ist, beim Bewässern im Garten kann es auch zur Nitratanreicherung in verschiedenen Gemüsesorten kommen.

Weitere erhöhte Nitratbelastungen fanden die Umweltschützer in Krackow mit 92 Milligramm pro Liter (mg/l), in Glasow mit 85 mg/l, in Grambow mit 87 mg/l, in Blankensee mit 76 mg/l, in Groß Spiegelberg mit 85 mg/l und in Gneisenau mit 80 mg/l.

Belastetes Grundwasser fließt durch regionale Gewässer

Insgesamt wurde bei den Untersuchungen im Juli das Wasser aus 63 privat genutzter Brunnen im Raum Pasewalk – Löcknitz – Torgelow – Ueckermünde – Ferdinandshof analysiert. „In fast einem Drittel der analysierten Proben lag die Nitratkonzentration oberhalb des Schwellenwertes der deutschen Grundwasserverordnung von 50 Milligramm pro Liter. Diesen Wert sollte das Grundwasser in der Europäischen Union immer einhalten, um eine sichere Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser sicherstellen zu können“, teilte Harald Gützkow, Sprecher des Vereines VSR Gewässerschutz mit.

Neben dem gesundheitlichen Aspekt der Grundwasserbelastung darf auch der ökologische nicht vernachlässigt werden. Das mit Nitraten belastete Grundwasser sickert den Bächen in der Region zu und fließt dann über die Oder und die Uecker in das Stettiner Haff und zur Ostsee. Dort wirkt das Nitrat als Dünger und fördert das Algenwachstum. Es kommt zur Eutrophierung, zur Verlandung der Gewässer.

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